Die unsichtbare Hand: Okonomisches Denken gestern und heute (German Edition)


There are people who think this word is horrible. Blaug, Economic Theory in Retrospect, 5. Nutzen und wahrer Wert der Gter Das Klassische Wertparadoxon und die Gossenschen GesetzeWir sind bisher wie selbstverstndlich davon ausgegangen, da der Markt-preis die Wertschtzung eines Gutes durch die Nachfrager widerspiegelt.

Das Ganze ist mehr als die Summe der Einzelteile


Sie betonen so nicht nur subtil Ihren Anspruch und Ihre Entschlossenheit und Ihr Engagement , sondern dokumentieren zugleich, dass dieser Lebenslauf nur für diesen Arbeitgeber und nur für diese Stelle geschrieben wurde.

Und das sieht jeder Personalentscheider gern. Der tabellarische Lebenslauf ist für dieses Profil besonders geeignet: Aussagekräftige Stichwörter und Kurzangaben reichen. Egal, was in anderen Karriereportalen steht: Bitte hier keinen optischen Firlefanz!

Ein Lebenslauf ist eine reine Faktensammlung, keine Prosa. Um Ihre bisherigen Berufserfahrungen und Jobs übersichtlich, optisch ansprechend und vor allem aussagekräftig darzustellen , gibt es überdies ein paar kleine Tricks. Um diese besser zu verstehen, ist es erforderlich, sich kurz in die Lage des Lesers, also des Personalverantwortlichen, zu versetzen: Was möchte ein potenzieller Arbeitgeber im Lebenslauf wissen? Und genau so sollten Sie dann die Stationen Ihres Werdegangs strukturieren und aufbauen:.

Schreiben Sie auch dazu, wo die Firma Ihren Sitz hat oder — wenn abweichend — derjenige Firmenteil, in dem Sie gearbeitet haben. Falls das aus dem Namen nicht hervorgeht, sollten Sie auch kurz die Geschäftstätigkeit und die Anzahl der Mitarbeiter oder die Zugehörigkeit zu einem internationalen Konzern erwähnen.

Das kann unter Umständen von Bedeutung sein. Also zum Beispiel so: Bei vielen Firmen werden englische Jobtitel verwendet.

Die versteht allerdings nicht jeder Personaler. In dem Fall empfiehlt sich den Titel ins Deutsche zu übersetzen. Also statt Logistics Supervisor , lieber Leiter interne Logistik.

Wenn sich der Begriff partout nicht übersetzen lässt, hilft eine ergänzende Umschreibung in Klammern. Aufgaben und Erfolge Noch wichtiger als diese reinen Fakten ist aber, was Sie Ihrer jeweiligen Position bewegt und erreicht haben. Listen Sie hierbei aber bitte nie einfach nur Ihre Aufgaben auf. Das ist wenig überzeugend — sie könnten dabei ja auch versagt haben. Entscheidender ist, welchen Nutzen Sie Ihrem Arbeitgeber gebracht haben.

Das Ergebnis aus allen drei Komponenten könnte im Lebenslauf dann zum Beispiel so aussehen: Bevor Sie mit dem Lebenslauf-Schreiben loslegen: Legen Sie sich Zeugnisse und sämtliche Daten der bisherigen Beschäftigungen zurecht, um sich lästiges Suchen zu ersparen.

Zusätzlich sollten Sie alle Informationen zusammentragen , die Sie zu der Stelle finden können, auf die Sie sich bewerben. Jetzt geht die eigentliche Arbeit los. Beginnen Sie damit, sich einen genauen Überblick zu verschaffen, was der Arbeitgeber von Bewerbern erwartet.

Schauen Sie sich die Stellenausschreibung genau an, machen Sie Muss- und Kann-Qualifikationen ausfindig und identifizieren Sie wichtige Keywords, die dort enthalten sind. Die so gesammelten Informationen sind wichtiger Bestandteil für den Lebenslauf und geben Ihnen Aufschluss darüber, auf welche Inhalte Sie sich konzentrieren sollten.

Auch erhalten Sie ein besseres Bild vom Arbeitgeber und können gezielter auf dessen Erwartungen eingehen. Gehen Sie nun der Reihe nach die einzelnen Lebenslauf-Punkte durch — und arbeiten Sie stets sorgfältig , um keine Flüchtigkeitsfehler zu machen. Je älter Sie sind und je mehr Berufserfahrungen Sie vorzuweisen haben, desto unwichtiger werden diese Angaben natürlich. Von einer jährigen Managerin will man nicht wirklich wissen, wann und wo sie zur Grundschule gegangen ist.

Da reicht dann allenfalls die Angabe: Womöglich auch nur noch das Studium und dessen Abschluss. Damit die einzelnen Angaben zum Rest des Lebenslaufs passen, ist es erforderlich, dass Sie sowohl die Zeitangaben siehe Kasten oben als auch die antichronologische Reihenfolge einheitlich beibehalten. Der Studienabschluss käme zuerst, danach arbeiten Sie sich zeitlich — wenn überhaupt — nach hinten bis zur Grundschule zurück.

Entscheidend ist, dass Sie hierbei aber nicht einfach alles auflisten, was Ihnen dazu einfällt, Motto: Bring ich auch noch mit… Das wird nur zum Leseballast. Achten Sie beim Schreiben des tabellarischen Lebenslaufs vielmehr darauf, nur jene Punkte hervorzuheben, die besonders gut zur Stelle passen und hierfür einen super Mehrwert bieten.

Wer sich beispielsweise als Redakteur bewirbt, kann erwähnen, sich mit Word oder online WordPress auszukennen oder einen Schreibmaschinen-Kurs mit Bravour bestanden zu haben. Ein Zertifikat für mediterranes Kochen interessiert in dem Zusammenhang dagegen niemanden es sei denn, Sie bewerben sich als Food-Redakteur.

Was also nicht passt, lassen Sie besser weg. Und je älter diese Erfahrungen oder das Know-how sind, desto irrelevanter werden sie für den Personaler. Achten Sie auf die Reihenfolge das Wichtigste zuerst und Übersichtlichkeit. Weniger ist hier oft mehr. Die persönlichen Interessen oder gar Hobbys werden oft unterschätzt. Die Angabe von Hobbys im Lebenslauf beeinflusst zwar nur selten den Auswahlprozess.

Aber je umfassender das Bild eines Kandidaten ist, desto besser ist das für den Gesamteindruck. Nicht selten stecken darin ja auch interessante Soft Skills , Engagement oder Erfahrungen, die für das Stellenprofil interessant sind. Arbeiten Sie an dieser Stelle also noch ein paar persönliche Stärken heraus: Wer etwa ehrenamtlich einen Verein leitet , beweist bereits erste Führungskompetenzen, Organisationskraft und Teamfähigkeit.

Sie gelten als ausgemachte Indikatoren für Teamfähigkeit. Problematisch wird es dagegen immer bei Risikosportarten oder tendenziell eigenbrödlerischen Tätigkeiten. Die sollten Sie lieber weglassen. Ansonsten gilt auch für diese Angaben im Lebenslauf: Nur Relevantes für den Job gehört in die Vita. Die Fragen, warum das Unternehmen ausgerechnet dich einstellen sollte, soll so beantwortet werden. Hier geht es nicht nur um die eigentliche Qualifikation des Bewerbers, sondern um seine besondere Eignung.

Eine intensive Beschäftigung mit dem Unternehmen und eine direkte Verknüpfung mit den in der Stellenanzeige genannten Anforderungen ist das A und O, damit die Verknüpfung gelingt. Beim Unternehmensbezug gehts es auch darum, warum du unbedingt bei dem Unternehmen arbeiten willst und weshalb das Unternehmen gut zu dir passt. Setze dich mit dem Unternehmen auseinander und zeige, warum ihr zusammenpasst! Einen Bezug zwischen deiner Person und der Unternehmenskultur oder Philosophie des Unternehmens herzustellen ist sehr wichtig.

Hier geht es darum, dem Personaler zu zeigen, was du an dem Unternehmen besonders toll findest und warum deine Persönlichkeit zum Unternehmen passt. Um sich im Klaren zu werden, wo genau der Bezug hergestellt werden kann, muss der Bewerber das Unternehmen unter die Lupe nehmen. Hierzu solltest du dir die Unternehmenswebseite gut anschauen und einen Blick auf die Mission werfen und und das Unternehmen ruhig mal googeln.

Der Bezug zur Unternehmenskultur und die besondere Passung des Bewerbers sollten auf jeden Fall bereits in der Einleitung hergestellt werden.

Im Hauptteil oder im Schlussteil kann dies dann wieder aufgegriffen werden. Egal, was dich an dem Unternehmen besonders anspricht — das Wichtigste ist, Begeisterung für das Unternehmen zu zeigen und dies gut zu begründen! Es steht für die vier Phasen: Attention Aufmerksamkeit , 2.

Interest Interesse , 3. Desire Verlangen und 4. Die Einleitung eignet sich besonders gut, um das Interesse an der eigenen Person zu wecken. Dies gelingt mit einem sehr guten Argument, weshalb der Bewerber perfekt zum Unternehmen passt. Im Hauptteil wird dann auf die Vorteile des Bewerbers und seinen Nutzen für das Unternehmen eingegangen, sodass auf Seite des Unternehmens Verlangen nach einem Kennenlernen entsteht.

Der Schlussteil enthält dann den Call-to-Action, zum Beispiel, in dem ein Vorstellungsgespräch erbeten wird oder der Bewerber seine Erwartung einer Kontaktaufnahme betont.

Das Bewerbungsanschreiben sollte in kurze Absätze gegliedert sein und übersichtlich formatiert und strukturiert sein. Grafische Elemente wie Auflistungen lockern die Informationsdichte der Textblöcke und verbessern die Lesbarkeit. Die DIN Norm wurde geschaffen, um den geschäftlichen Briefverkehr zu vereinheitlichen und die Lesefreundlichkeit von Dokumenten sicherzustellen. Sie sorgt auch dafür, dass die Empfängeradresse immer im Sichtfenster eines Briefumschlags zu sehen ist.

Da die meisten Bewerbungen heutzutage auf dem Computer verschickt und angesehen werden, muss die DIN Norm nicht blind befolgt werden. Wichtig ist, dass das Bewerbungsschreiben übersichtlich, lesefreundlich und klar strukturiert bleibt. Die Normen für Seitenränder betragen oben 4,5 cm. Der Abstand zum linken Rand ist 2,5 cm und rechts sind es 1 cm Minimum, empfohlen 2 cm. Der untere Seitenrand ist nicht festgelegt. Die Verwendung von Kopfzeilen und moderneren Designs ist für weniger konventionelle Stellen zu empfehlen.

Durch eine geschickte Auswahl an abgestimmten Farben und Schriftarten kann der Bewerber seinen Unterlagen eine individuelle Note verleihen. Bewerber, die Wert auf ein überzeugendes Design legen und sich von der Masse abheben wollen, sollten das Design der Bewerbungsunterlagen gut durchdenken. Alternativ kann auch ein professionelles Bewerbungsmuster , inklusive Bewerbungsanschreiben heruntergeladen werden. Im Anschreiben wird eine professionell wirkende Schriftart verwendet.

Andere ähnliche Schriftarten sind auch möglich und in weniger konventionellen Berufen und Unternehmen sogar zu empfehlen. Eine Übersicht von Schriftarten für die Bewerbung findest du hier. Der Text muss gut lesbar sein und die Schriftart sollte durchgängig in der Bewerbung verwendet werden. Die Farben in der Bewerbung und insbesondere auch im Bewerbungsanschreiben sollte auf die Position und das Unternehmen abgestimmt sein.

Muster und Vorlagen sind ideal für den Schnellstart in die Bewerbung und als Inspirationsquelle. Alle Muster sind vollständig anpassbar und mit MS Word zu bearbeiten.

Das Design der Bewerbung bestimmt den wichtigen ersten Eindruck, zeigen Studien. Daher sollte sowohl der Inhalt als auch die Form überzeugen. Wie sollte sie die konkrete Befriedigung dieser Nachfragevielfalt bewerkstelligen? Nur das dezentralisierte Wissen Hun-derttausender von Unternehmern, Kaufleuten und Managern, die alle ihren Vorteil suchen, kann dieses "Suchproblem" lsen. Wer jemals die Versor-gungsengpsse und die Beschrnktheit des Gterangebotes in planwirt-schaftlich organisierten Wirtschaftsordnungen erlebt hat, wird diesem zentralen Gedanken Hayeks sicher zustimmen.

Harvard gegen Chicago Fr die praktische Wettbewerbspolitik ergaben sich aus dieser modernen Interpretation des Wettbewerbs einige Probleme. Offenbar kommt es fr die Intensitt des Wettbewerbs eben nicht nur darauf an, da mglichst viele Anbieter am Markt sind.

So wurde zum Beispiel argumentiert, da der Wettbewerb gerade dann besonders intensiv sein kann, wenn nur we-nige groe Anbieter am Markt zu finden sind; man spricht in diesem Fall auch von einem Oligopol. Ein gutes Beispiel dafr ist der Benzinmarkt, auf dem ja nur wenige, groe lkonzerne als Anbieter auftreten. Kaum 14 Menschen und Mrktesenkt etwa Shell die Preise, folgen Jet, Aral und alle anderen auch schon nach, um nur ja keine Kunden zu verlieren.

Auch auf dem Automobilmarkt beobachten sich die Hersteller gegensei-tig mit Argusaugen, um etwa Sondermodelle eines Konkurrenten sofort mit eigenen Sonderangeboten kontern zu knnen. Andererseits ist gerade bei Oligopolen auch die Gefahr wettbewerbsbeschrnkender Kartelle be-sonders gro. Es kommt daher sehr auf den Einzelfall an, ob ein Oligopol den Wettbewerb wirklich gefhrdet.

Die alleinige Betrachtung der Marktstruktur ist also wenig aussagekrf-tig, wenn es um die Beurteilung der Wettbewerbsintensitt geht. Alternativ dazu wurde vorgeschlagen, die Marktergebnisse zum Kriterium der wett-bewerbspolitischen Beurteilung eines Marktes zu machen.

Dies ist das Konzept der sogenannten workable competition, des funktionsfhigen Wettbewerbs. Nach Clark soll beispielsweise die Zu-lssigkeit eines Monopols vor allem daran gemessen werden, ob es seine Produkte zu angemessenen Preisen verkauft. In der Praxis erwies es sich aber als uerst schwierig zu bestimmen, wie hoch ein angemessener Preis zu sein hat. Da es an vergleichbaren Pro-dukten anderer Anbieter naturgem mangelt, ist man dabei ganz auf die Analyse der Kosten des Monopolisten angewiesen.

Diese Kosten wieder-um kann der Monopolist aber leicht manipulieren, indem er beispielsweise den eigenen Angestellten hohe Gehlter oder luxurise Brorume ge-whrt und dies als unvermeidbaren Aufwand hinstellt.

Augenfllige Bei-spiele dafr sind in Deutschland die Steinkohleindustrie und die Elektrizi-tts- und Wasserversorgungswerke, die ber kommunale Gebietsmonopole verfgen. Unter den Managern und Aufsichtsrten dieser Unternehmen findet man brigens viele ehemalige Politiker; oft sind es dieselben, die zuvor fr die Genehmigung der Monopolpreise zustndig waren.

Aber auch die echten Kosten eines Monopols werden meist schon des-wegen berhht sein, weil es eben am heilsamen Druck des Wettbewerbs fehlt. Der amerikanische konom Harvey Leibenstein geb. Sie kommt zu den berhhten Gewinnen als weiterer Nachteil des Monopols noch hinzu.

Wie soll man aber unter solchen Umstnden noch so etwas wie einen angemessenen Marktpreis bestimmen knnen? Viele der soge-nannten Anti-Trust-Verfahren in den USA, mit denen marktbeherrschende Unternehmen zur Entflechtung gezwungen werden sollten, sind denn auch an dem Problem des konkreten Nachweises schlechter Marktergebnisse gescheitert.

Die sogenannte Harvard-Schule der Wettbewerbspolitik hat deshalb vorgeschlagen, neben der Marktstruktur und den Marktergebnissen auch Wettbewerb in Theorie und Praxis 15 das Marktverhalten der Anbieter zu prfen. Es gibt fr marktbeherrschen-de Unternehmen ein beinahe unerschpfliches Arsenal an diskriminieren-den Verhaltensweisen gegenber Kunden, Lieferanten oder Wettbewer-bern.

Beispielsweise kann ein marktbeherrschender Computerhersteller hingehen und seine Produkte nur an solche Kunden abgeben, die gleichzei-tig auch seine miserable Software kaufen. Oder ein Getrnkehersteller be-liefert nur solche Kaufhuser, die nicht gleichzeitig auch Konkurrenzpro-dukte anderer Getrnkefirmen anbieten, selbst wenn diese den Kunden besser schmecken sollten. Und schlielich gibt es noch das weite Feld von gegenseitigen Preisabsprachen und anderen Kartellen, die vor allem im Falle von Oligopolen immer wieder zu beobachten sind.

Auch eine Marktverhaltenskontrolle durch die Kartellmter ist in der Praxis allerdings nicht einfach zu bewerkstelligen. Nehmen wir zum Bei-spiel den Fall der Benzinpreise an den Tankstellen. Wenn Aral, Shell und Jet ihre Preise gleichzeitig erhhen, so mu keineswegs eine Kartellab-sprache dahinterstecken, wie das die Kunden meist vermuten.

Tatschlich sind die Kartellbehrden immer wieder mit dem Versuch gescheitert, den lmultis mibruchliche Preisabsprachen nachzuweisen. Genausogut kann nmlich auch ein steigender lpreis oder ein hherer Dollarkurs die Ursa-che fr eine allgemeine Benzinpreiserhhung sein. Wenn man den Ben-zinmarkt genau beobachtet, wird man auch wirklich feststellen, da die Preise fallen, wenn der Dollarkurs sinkt. Auerdem wre gerade auch im Falle vollstndiger Konkurrenz zu er-warten, da die Preise homogener Gter bei allen Anbietern stets gleich hoch sind!

Denn gerade dann knnte es sich kein Anbieter leisten, einen hheren Preis als seine Konkurrenz zu verlangen. Der Marktpreis wrde sich vielmehr einheitlich so einstellen, da er die normalen Kosten gerade deckt. Ein einheitlicher Preis aller Anbieter sagt fr sich genommen daher noch gar nichts darber aus, ob Wettbewerb herrscht oder nicht.

Die sogenannte Chicago-Schule der Wettbewerbstheorie hat aus all die-sen Problemen einen radikalen Schlu gezogen. Wenn weder die Markt-struktur noch die Marktergebnisse oder das Marktverhalten letztlich brauchbare Kriterien fr eine Wettbewerbskontrolle sind, dann sollte man am besten ganz die Finger davon lassen.

Weder Anti-Trust-Gesetze noch eine Mibrauchsaufsicht ber marktbeherrschende Unternehmen knnen letztlich funktionieren. Stattdessen komme es allein darauf an, den jeder-zeitigen Marktzutritt neuer Konkurrenten zu ermglichen. Denn jeder Mibrauch von Marktmacht sei ja darauf ausgerichtet, bernormale Ge-winne zu erzielen und werde daher von selbst andere Anbieter anlocken. Sogar ein Monopol kann aus dieser Sicht zumindest zeitweise volks-wirtschaftlich sinnvoll sein.

Soweit es nmlich lediglich den natrlichen Vorsprungsgewinn eines besonders findigen Unternehmens widerspiegelt, 16 Menschen und Mrktegeht sein Extragewinn durchaus in Ordnung. Er ist ja gerade der Anreiz, stndig nach neuen Podukten und besseren Produktionsverfahren zu su-chen. Es mu nur gewhrleistet sein, da andere Unternehmen dabei nach-ziehen knnen und nicht etwa auf Dauer vom Markt ausgeschlossen blei-ben.

Das Monopol sollte deshalb im Prinzip jederzeit angreifbar sein, wie die Chicago-konomen sagen. Ein solches, sogenanntes morphologisches Monopol sei wettbewerbspolitisch unproblematisch, weil es sich frher oder spter von selbst erledige. Ein schnes Beispiel dafr ist die Geschichte der elektrischen Orgeln.

Sie wurden zuerst von der amerikanischen Firma Hammond auf den Markt gebracht, die dafr ein Patent innehatte. Noch heute spricht man allgemein von Hammond-Orgeln, selbst wenn sie schon seit langem auch von zahl-reichen anderen Firmen wie Yamaha oder Hohner angeboten werden. Die ursprngliche Monopolstellung brachte Hammond hohe Gewinne ein, be-gann aber schon vor Auslaufen des Patentschutzes zu wackeln.

Inzwischen war nmlich das von Hammond verwendete elektromagnetische Toner-zeugungsverfahren technisch berholt, und es wurden stattdessen zuneh-mend rein elektronische Heimorgeln und Syntheziser gebaut. Man erkennt daran, da die Monopolstellung eines Anbieters unter Umstnden sogar den technischen Fortschritt beflgeln kann. Hammond selbst verschlief b-rigens unter dem scheinbaren Schutz seines Patentes diese Entwicklung lange Zeit und wurde schlielich vom Markt verdrngt. Natrliche Monopole und staatliche MarktzugangsschrankenIn der Praxis wrde das Chicago-Konzept bedeuten, da man vor allem je-de Art von gesetzlichen Marktzutrittsgrenzen abzubauen htte.

Das betrifft zum Beispiel die Gebietsmonopole fr die kommunalen Versorgungsun-ternehmen, aber auch die noch bestehenden Zunftordnungen, soweit sie den Wettbewerb im Handwerk beschrnken. Zudem wre dafr zu sorgen, da Konkurrenten aus dem Ausland nicht durch Zlle oder andere protek-tionistische Manahmen diskriminiert werden. Und natrlich sollte auch der Staat selbst mglichst nicht als Monopolanbieter auftreten, wie er dies beispielsweise im Falle von Post und Eisenbahn lange Zeit getan hat und in vielen Lndern noch heute tut.

Damit war die Wettbewerbstheorie wieder sehr nahe bei den berle-gungen angelangt, die schon Adam Smith angestellt hatte. Tatsch- Wettbewerb in Theorie und Praxis 17 lich gibt es viele Beispiele dafr, da einst bermchtig erscheinende Mo-nopole durch den Marktzutritt von Newcomern geknackt wurden. Beispiele fr Monopole, die sich auf Dauer halten konnten, sind viel schwerer zu finden. Und wenn, dann handelt es sich meistens um Flle, in denen der Staat selbst den Marktzutritt beschrnkte.

Zu nennen sind hier beispielsweise das Zndholzmonopol des Ivar Kreuger von oder auch das deutsche Postmonopol, welches ursprnglich die Frsten von Thurn und Taxis innehatten und das bis praktisch unverndert galt. Noch heute hat die Post in Deutschland das alleinige Recht, normale Briefe zu-zustellen.

Im Falle von Post und Eisenbahn wurde lange Zeit argumentiert, hier handele es sich um sogenannte natrliche Monopole, die einen sinnvollen Wettbewerb prinzipiell nicht zulassen.

Von einem natrlichen Monopol spricht man, wenn der Gesamtmarkt am kostengnstigsten von einem ein-zigen Anbieter bedient werden kann. Man stelle sich etwa vor, mehrere Ei-senbahnlinien wrden auf einer Strecke - sagen wir zwischen San Franzis-ko und New York - miteinander konkurrieren. Vermutlich wren sie alle nicht voll ausgelastet, und so kme es offenbar zu einem verschwenderi-schen Angebot berflssiger Kapazitten.

Unter dem Druck des Wettbe-werbs knnte schlielich doch nur eine einzige Eisenbahnlinie brigblei-ben, whrend alle anderen vom Markt verschwinden mten. Also, so schlo man aus dieser berlegung, sollte der Staat in solchen Fllen lieber von vorneherein nur einem Anbieter erlauben, die Strecke zu bedienen.

Meist lief dies darauf hinaus, da er dies gleich selber bernahm, nicht zu-letzt, um auch die Monopolgewinne einstreichen zu knnen. So hat etwa die Deutsche Reichsbahn bis in die 30er Jahre hinein dem Staat so hohe Gewinne erbracht, da daraus ein Groteil der Reparationszahlungen aus dem Ersten Weltkrieg bezahlt werden konnten. Aber dieser Weg erwies sich mit der Zeit als uerst verhngnisvoll.

Daran war wiederum nicht zuletzt der technische Fortschritt schuld. So wurden die Eisenbahnen schon bald durch das Automobil unter Konkur-renzdruck gesetzt, spter auch durch das Flugzeug.

Man spricht in diesem Fall von sogenannter Substitutionskonkurrenz, die auch einem natrlichen Monopol schwer zu schaffen machen kann. Letztlich ist es ja kaum ein Unterschied, ob die Eisenbahn Kunden an eine parallel verlaufende Kon Menschen und Mrktekurrenzlinie verliert oder dadurch, da diese auf Substitutionsgter wie Auto oder Flugzeug umsteigen.

Bereits die Deutsche Reichsbahn geriet dadurch zunehmend in die Ver-lustzone, und ihre Nachfolgerin, die Deutsche Bundesbahn, entwickelte sich gar zu einem Subventionsfa ohne Boden mit zweistelligen Milliar-denverlusten pro Jahr.

Die Subventionen wiederum lieen trotz der Kon-kurrenz durch andere Verkehrstrger wenig Anreize zu effizientem und kundenfreundlichem Wirtschaften bei der Bahn aufkommen.

Wettbewerb mit staatlicher Verlustausgleichsgarantie ist eben kein wirklicher Wettbe-werb. In den 80er Jahren setzte schlielich eine allgemeine Liberalisierungs-debatte ein, die auch vor den "natrlichen" Monopolen nicht mehr Halt machte. Man hielt zwar noch an der berlegung fest, da die Parallelver-legung mehrerer konkurrierender Schienenwege, Telefonnetze oder Gas- und Wasserleitungen wenig sinnvoll wre.

Aber warum sollten nicht meh-rere Eisenbahngesellschaften auf dem gleichen Schienennetz miteinander in Wettbewerb treten? Warum sollte dasselbe nicht auch bei Telefongesell-schaften und anderen netzgebundenen Versorgungsleistungen mglich sein? Im Zeitalter des Computers machte es keine Schwierigkeiten mehr, dies ohne grere technische Probleme zu organisieren und den Kunden dadurch mehr Wahlmglichkeiten zu verschaffen.

Auerdem waren bei-spielsweise mit den Funktelefonen inzwischen sowieso ganz neue Konkur-renzgter aufgekommen. Und was die reinen Endgerte wie Telefone, An-rufbeantworter, Faxgerte usw. Als dann Ende der 80er Jahre allmhlich tatschlich private Konkurrenz fr die Post zugelassen wurde, konnten die deutschen Kunden endlich auch mobile Telefone, Handys und all die anderen technischen Neuerungen er-werben, die in den USA lngst gang und gbe waren.

Bis dahin war ein blaues Tastentelefon mit Wahlwiederholungstaste der Gipfel des Komforts gewesen. Und auch bei der Brief- und Paketzustellung ging man vorsichtig daran, den Markt zu ffnen.

Die Folge war zumindest, da die staatlichen Monopole sich jetzt pltzlich anstrengen muten, um nicht zu viele Kun-den zu verlieren.

Trotz dieser positiven Erfahrungen hat die Liberalisierung der natrli-chen Monopole vor allem in Europa noch mit politischen Widerstnden zu kmpfen. Man mu auch einrumen, da damit mancherlei technische und konomische Probleme im Detail verbunden sind, die wir hier nicht im einzelnen behandeln knnen.

In Europa vertraut man dabei strker auf Ge-setze und staatliche Kontrollen als auf die Macht des Wettbewerbs. Den betroffenen Unternehmen ist das oft gar nicht so unrecht. Unter dem Wettbewerb in Theorie und Praxis 19 Schutz gesetzlich festgelegter Preise lt es sich meist trefflich leben, vor allem dann, wenn dadurch der unbequeme Wettbewerb vermieden werden kann.

Dreist werden mitunter sogar auch noch Subventionen gefordert, um angebliche Nachteile aus der gesetzlich regulierten Preisgestaltung aus-zugleichen. Leicht entsteht auf diese Weise ein regelrechter Sumpf aus Miwirtschaft, Filz und Brokratie, der offenbar nur durch eine radikale Marktffnung fr neue Wettbewerber ausgetrocknet werden kann. Man mu zwar einrumen, da dieses Chicagoer Rezept auch unterkonomen keineswegs unumstritten ist.

Ein Restbestand von leitungsge-bundenen Monopolen ist vielleicht nicht ganz zu vermeiden, und damit knnte auch eine entsprechende Mibrauchsaufsicht ber ihre Preisgestal-tung notwendig bleiben.

Viel wre aber schon gewonnen, wenn die Kar-tellmter sich mit dem gleichen Eifer um staatliche Beschrnkungen des Wettbewerbs kmmern wrden, mit dem sie gegen tatschliche oder ver-meintliche Mibruche von Marktmacht im privaten Sektor vorgehen. Vor allem jedoch sollten sie sich der Grenzen ihrer Urteilskraft bewut sein, wenn es um marktgerechte Preise geht.

Wettbewerbspreise lassen sich we-der simulieren noch errechnen, sondern letztlich eben nur im Wettbewerb bestimmen. Eine umfassende Darstellung der Modelle vollstndiger und unvollstndiger Kon-kurrenz bietet das Standardwerk von J.

Schumann, "Grundzge der mikrokono-mischen Theorie", 6. Heine zur neueren Geschichte der Wettbe-werbstheorie. Allokation und kollektive Entscheidung", Berlin u. Einen kurzgefaten und instruktiven berblick gibt der Beitrag "Wettbewerbspo-litik" von H. Wieso steigen die Mieten stn-dig, whrend Computer immer preiswerter werden? Wonach richten sich die Preise fr Gebrauchtwagen oder Grundstcke? Ist es unmoralisch, ein Ge-mlde fr 2 Mio. Solche Fragen stellen sich die Menschen, seit es Tauschhandel und Mrkte gibt.

Sie stehen auch am Anfang jeder Beschftigung mit der konomischen Wissenschaft. Es heit, man knne selbst einen Papageien zu einem guten konomen machen, wenn man ihm nur die Worte Angebot und Nachfrage beibringe. Allerdings kann man sofort weiterfragen, wovon Angebot und Nachfrage denn ihrerseits abhngen.

Warum werden zum Beispiel nicht mehr Wohnungen gebaut, wo doch augenscheinlich ein groer Bedarf an Wohn-raum besteht? Warum bietet die Automobilindustrie keine solarbetriebenen Fahrzeuge an, obwohl sich viele Menschen dafr interessieren wrden? Und warum wird andererseits zum Beispiel in Europa so viel Butter produziert, da man sie gar nicht mehr absetzen kann und die berschssigen Mengen sogar vernichtet werden mssen? Viele Menschen sehen hier finstere Mchte am Werk.

Weit verbreitet ist zum Beispiel die Ansicht, die Unternehmer wrden die Preise "machen", oh-ne da die Konsumenten darauf viel Einflu htten. Manchmal wird sogar behauptet, die Unternehmer hielten bessere und preiswertere Produkte be-wut vom Markt fern, um sich die Preise nicht selbst kaputtzumachen. Und wenn die Nachfrage nach einem Produkt zunimmt, so wrden sie das nur zu Preiserhhungen ausnutzen, statt mehr von diesen Produkten zu produzieren.

Fr einen Monopolanbieter mag manches davon sogar bis zu einem gewissen Grade zutreffen. Wenn aber Wettbewerb herrscht, dann sehen die Zusam-menhnge etwas anders aus. Die klassischen konomen des Jahrhunderts behaupteten, in diesem Fall msse der Preis eines Gutes auf lange Sicht stets den Kosten entspre-chen.

Denn wre er hher, so wrden alsbald neue Anbieter auf den Markt gelockt und der Preis msse entsprechend sinken. Lge der Preis dagegen un-ter den Stckkosten, so wre die Produktion auf Dauer nicht rentabel und msse eingestellt werden.

Dabei ist zu beachten, da die Stckkosten immer auch einen gewissen Gewinnanteil enthalten. Denn das eingesetzte Eigenka Menschen und Mrktepital mu ja zumindest den landesblichen Zins erbringen, und sofern der Unternehmer persnlich in seinem Betrieb mitarbeitet, mu er dafr natrlich auch ein Arbeitsentgelt, den sogenannten Unternehmerlohn, erhalten. Alle darber hinausgehenden "bergewinne" werden dagegen nach klassischer Auffassung ber kurz oder lang durch den Wettbewerb eliminiert.

Die Nachfrage hatte nach dieser Theorie allenfalls kurzfristig einen Ein-flu auf die Gterpreise. So beobachtete man zum Beispiel steigende Preise fr schwarzes Tuch, wenn die Zahl der Beerdigungen zunahm, etwa aufgrund von Seuchen oder Kriegen. Das lag im Wesentlichen daran, da das Angebot kurzfristig nicht entsprechend ausgeweitet werden konnte und damit eine bernachfrage entstand. Im Falle eines dauerhaften Nachfrageanstiegs wrde sich allerdings auch die Tuchproduktion entsprechend erhhen, so da der Preis nach klassischer Auffassung schlielich wieder auf seine Stckkosten sinken mte.

Nur bei unvermehrbaren Gtern wie dem Boden fhre eine steigende Nachfrage auch zu einem hheren Preis rechte Abb. Es gab freilich eine Ausnahme von dieser Regel, nmlich den Fall der un-vermehrbaren Gter.

Das wichtigste Beispiel fr diese sogenannten Selten-heitsgter ist der Boden. Das Angebot an Land lt sich ja nicht durch Mehr-produktion ausweiten, und so wird eine steigende Nachfrage hier offenbar zu immer hheren Bodenpreisen fhren, ohne da dadurch das Angebot zu-nimmt. Der englische konom David Ricardo - , selbst Grund-besitzer und der wohl beste Theoretiker der konomischen Klassik, sah darin sogar eine Gefahr fr das Wirtschaftswachstum.

Die steigenden Bodenpreise muten seiner Meinung nach zu einem immer hheren Anteil der sogenann-ten Landrente am Sozialprodukt fhren, so da fr Unternehmergewinne und produktive Investitionen immer weniger Spielraum brigblieb.

Dieses Gesetz der fallenden Profitrate hat sich jedoch nicht bewahrheitet, vor allem weil der Preise, Kosten und Gewinne 23 knappe Boden aufgrund des technischen Fortschritts immer produktiver be-wirtschaftet werden konnte.

Die Produktivitt der Unternehmen eilte daher der steigenden Bodenrente gewissermaen immer voraus. Trotzdem wird auch heute noch oft behautet, bei unvermehrbaren Gtern wie Grund und Boden knne der Markt nicht funktionieren.

Richtig ist, da bei solchen Gtern eine steigende Nachfrage zu immer hheren Preisen fh-ren mu. Darum steigen auch die Mieten in den meisten Lndern schneller als die Preise der meisten anderen Gter. Darin ist jedoch kein Marktversa-gen zu sehen, im Gegenteil: Gerade die steigenden Marktpreise signalisieren ja die zunehmende Knappheit des Bodens und erfllen damit die wichtige Funktion, ihn seiner jeweils produktivsten Verwendungsmglichkeit zuzu-fhren.

So sahen es auch die meisten klassischen konomen, die somit zwei ver-schiedene Preistheorien nebeneinander verwendeten: Bei normalen Gtern fhrt eine steigende Nachfrage zu entsprechend hheren Produktionsmengen, wobei der Preis der betreffenden Gter langfristig unverndert bleibt und ge-nau den Produktionskosten entspricht.

Bei den unvermehrbaren Gtern wie dem Boden oder seltenen Kunstwerken erhht eine steigende Nachfrage da-gegen allein den Preis, da ja das Angebot nicht ausgeweitet werden kann. Andere Flle als diese beiden Extreme waren in der klassischen Theorie nicht vorgesehen.

Wie so oft, liegt die Wirklichkeit auch hier meist in der Mitte. Denn die Stckkosten sind bei den meisten Gtern keineswegs eine feste Gre, wie die Klassiker dies angenommen hatten. Sie sind vielmehr ihrerseits davon abhngig, wie gro die produzierte Menge ist! Und zwar werden sie in der Tendenz um so hher steigen, je grer die Nachfrage nach dem betreffenden Gut ist. Angebot und Nachfrage bestimmen daher gemeinsam den Preis eines Gutes.

Der Cambridger konom Alfred Marshall - hat dies einmal so ausgedrckt, da bei der Preisbildung Angebot und Nachfrage wie die beiden Klingen einer Schere ineinandergreifen. Die grafische Darstellung dieses Marshallschen Scherentheorems entspricht einem Preis-Mengen-Diagramm, in dem die nachgefragte Menge als fallende Funktion und die Angebotsmenge als steigende Funktion des Preises dargestellt ist.

Der Schnittpunkt der beiden Kurven bestimmt den Gleichgewichtspreis. Hier ist die Angebotsmenge genauso hoch wie die nachgefragte Menge, so da der Markt gerumt wird. Das Gesetz der Massenproduktion und seine Grenzen Die in der steigenden Angebotskurve zum Ausdruck kommende Vorstellung, da die Stckkosten mit zunehmender Produktionsmenge ansteigen, mutet auf den ersten Blick vielleicht seltsam an.

Ist es nicht vielmehr so, da bei hherer Produktionsmenge in aller Regel kostengnstiger gearbeitet werden kann? Gibt es nicht eindrucksvolle Beispiele fr diesen Zusammenhang, etwa die Einfhrung des Fliebandes in der Automobilproduktion durch Henry Ford?

Mte also die Angebotskurve nicht vielmehr sinkend statt ansteigend im Marshallschen Diagramm eingezeichnet werden? Tatschlich ist an dieser oft gehrten Argumentation durchaus etwas dran. Mit zunehmender Produktionsmenge knnen ja Maschinen und Anlagen ein-gesetzt werden, die bei geringerem Absatz nicht rentabel wren. Die Kosten solcher Anlagen verteilen sich bei steigendem Absatz auf immer mehr G-tereinheiten. Infolgedessen sinken die Kosten pro Stck um so weiter, je gr-er die Produktionsmenge ist.

Vor allem der amerikanische konom Joe Bain geb. Es wre aber falsch, dieses Gesetz berzubewerten. Bei steigender Produk-tionsmenge beginnen nmlich andere konomische Gesetzmigkeiten im-mer strker durchzuschlagen, die in die genau entgegengesetzte Richtung wirken. Dazu gehrt vor allem das Gesetz des sinkenden Grenzertrages, wel-ches der deutsche Landwirt Johann Heinrich von Thnen - als Preise, Kosten und Gewinne 25 einer der ersten konomen beschrieben hat.

Thnen verwendete zur Veran-schaulichung seiner berlegung das Beispiel des Kartoffelauflesens auf ei-nem Feld. Am Anfang geht dabei die Arbeit flott voran, denn zuerst wird man naturgem die groen Kartoffeln ernten, die nach dem Pflgen oben auf dem Boden liegen.

Je mehr Kartoffeln man aber ernten will, desto schwieriger und zeitraubender wird die Arbeit werden, und entsprechend stark steigen die Kosten. Die kleinsten Kartoffeln, die man mhsam aus dem Boden graben mte, wird man vielleicht sogar liegen lassen.

Denn der Auf-wand fr ihre Ernte wird schlielich durch den dadurch zu erzielenden Mehr-erls nicht mehr gedeckt. Das heit aber nichts anderes, als da die Kosten pro Kilo Kartoffeln mit steigender Erntemenge tendenziell zunehmen. Das gilt auch fr die industrielle Produktion. Mit steigender Produktion werden allmhlich die Facharbeiter am Produktionsort knapp. Auch die Transportkosten steigen, weil die Vorprodukte von immer weiter her be-schafft werden mssen, whrend gleichzeitig immer weiter entfernt liegende Kunden beliefert werden mssen, um die hhere Produktmenge abzusetzen.

Irgendwann wird man dazu bergehen mssen, Zweigbetriebe an anderen Standorten zu grnden, womit die Vorteile der Massenproduktion erst einmal unterbrochen werden. Es kommt aber noch ein wichtiger Punkt hinzu, der die Vorteile groer gegenber kleinen Unternehmen begrenzt, nmlich die steigenden Brokra-tiekosten.

Whrend der mittelstndische Unternehmer seinen Betrieb noch weitgehend selbst berschauen kann, bentigen Grounternehmen dafr um-fangreiche Verwaltungsabteilungen. Das mindert nicht nur die Flexibilitt bei der Anpassung an die sich stndig ndernden Marktbedingungen, sondern fhrt auch zu berproportional steigenden Kosten mit wachsender Gre des betreffenden Unternehmens.

Denn die Verwaltungsabteilungen beginnen er-fahrungsgem alsbald ein Eigenleben zu fhren und verwalten sich schlie-lich berwiegend selbst. Besonders deutlich ist diese Tendenz in den staatli-chen Verwaltungen zu beobachten, wo man mitunter fr jeden bentigten Bleistift ein umfangreiches Anforderungsformular auszufllen hat.

Noch heu-te mu man zum Beispiel als deutscher Beamter bei Dienstfahrten mit dem eigenen Pkw auf einem mehrseitigen Formular in penibelster Weise ber die genauen Umstnde Auskunft geben, bis hin zum Hubraum des dabei benutz-ten Fahrzeuges. Der englische Soziologe C. Northcote Parkinson hat in ironischer ber-spitzung sogar behauptet, da der brokratische Aufwand nach einer mathe-matischen Formel auch dann noch weiter wchst, wenn die eigentliche Pro-duktionsmenge schon wieder zurckgeht oder sogar ganz verschwindet.

Dieses sogenannte Parkinsonsche Gesetz ist sicher eine bertreibung. Es zeigt aber dennoch sehr anschaulich, warum kleine, mittelstndische Betriebe oft kostengnstiger produzieren knnen als Grounternehmen.

Denn andernfalls m-te man ja befrchten, da am Ende des wettbewerblichen Ausleseprozesses nur noch ein einziges Grounternehmen als alleiniger Anbieter brigbliebe. Glcklicherweise ist eine solche Konzentrationstendenz auf den meisten Mrkten nicht zu beobachten. Es kommt hinzu, da heutzutage die meisten Produkte hinsichtlich Quali-tt und Ausstattungsmerkmalen sehr stark differenziert sind.

So gibt es bei-spielsweise eine Unmenge von verschiedenen Kleinwagen, die man schon aus rein technischen Grnden gar nicht alle auf einem einzigen Flieband produzieren knnte. Noch viel grer ist die Produktvielfalt beispielsweise in der Modebranche. Daher bieten sich im Wettbewerb selbst bei ausgeprgten Massenproduktionsvorteilen immer wieder Marktnischen auch fr kleinere Hersteller.

Turgots Ertragsgesetz und Marshalls Produzentenrente Fgt man die Gesetze der Massenproduktionsvorteile und des sinkenden Grenzertrages zusammen, so erhlt man fr die meisten Gter einen U-frmigen Verlauf der Stckkosten bei steigender Menge: Zunchst kommt es tatschlich zu sinkenden Stckkosten, die dann aber ab einem gewissen Punkt wieder zu steigen beginnen.

Dies ist das sogenannte Ertragsgesetz, das in seinen Grundzgen schon von dem vorklassischen konomen Anne Ro-bert Jacques Turgot - beschrieben worden ist. Das Ertragsgesetz begrenzt die Gre des einzelnen Unternehmens, denn jeder Betrieb wird seine Produktion offenbar nur so weit ausdehnen, wie der erzielbare Preis ge-rade noch die Kosten der zuletzt produzierten Einheit - die sogenannten Grenzkosten - deckt.

Diese Regel hatte auch schon Johann Heinrich von Thnen entdeckt, der damit zu den Begrndern der bis heute gltigen Grenz-produktivittstheorie gehrte. Nun werden allerdings nicht alle Unternehmen gleichermaen effizient ar-beiten. Bei einigen liegen die Kosten hher, bei anderen niedriger als im Durchschnitt. Die am wenigsten effizient arbeitenden Unternehmen werden schlielich aus dem Markt ausscheiden mssen. Somit mu der Marktpreis schlielich genau den Produktionskosten desjenigen Anbieters entsprechen, der sich gerade noch im Markt halten kann.

Man nennt ihn auch den Grenz-anbieter. Alle anderen Anbieter im Markt, die kostengnstiger als der Grenz-anbieter produzieren, erzielen somit Extragewinne ber die Normalverzin-sung ihres Kapitals hinaus. Alfred Marshall sprach in diesem Zusammenhang von sogenannten Produzentenrenten, wenngleich dieser Ausdruck etwas irre- Preise, Kosten und Gewinne 27 fhrend ist. Denn die Extragewinne sind eben keine "Rente" im blichen Sprachgebrauch, sondern die Belohnung dafr, da die betreffenden Unter-nehmen kostengnstiger produzieren als der Grenzanbieter.

Wenn nun die Nachfrage nach einem Gut steigt, werden zunchst alle im Markt befindlichen Anbieter ihre Produktion ausweiten. Das geht aber wegen der geschilderten Zusammenhnge nur zu steigenden Kosten.

Dadurch be-kommen auch bisher nicht konkurrenzfhige Unternehmen wieder eine Chance, im Wettbewerb mitzuhalten. Infolgedessen steigt bei zunehmender Nachfrage der Marktpreis des betreffenden Gutes.

Wenn allerdings gleichzeitig der technische Fortschritt alle Anbieter in die Lage versetzt, mit der Zeit immer kostengnstigere Produktionsverfahren einzusetzen, kann es auch bei steigender Nachfrage zu sinkenden Preisen kommen.

Besonders deutlich ist dieser Fall in der Computerindustrie zu beo-bachten. Wir knnen heute einen PC zu einem Preis kaufen, der vor wenigen Jahrzehnten noch fr einen simplen Taschenrechner verlangt wurde. Gemes-sen an unserem Einkommen sind aufgrund des technischen Fortschritts sogar die meisten Gter im Zeitverlauf immer preiswerter geworden.

Das ist aber ein eher langfristig wirkender Effekt. Auf kurze Sicht, also bei gegebenem Stand der Technik, mssen wir uns dagegen damit abfinden, da der Preis ei-nes Gutes um so hher steigt, je mehr wir von diesem Gut konsumieren wol-len.

Vielmehr gehen sie vorher durch die Hnde von einem oder mehreren Hndlern, die jeweils einen Aufschlag auf den Preis erheben, zu dem sie das betreffende Gut selbst erworben hatten. Wenn wir beispielsweise unseren Gebrauchtwagen bei einem Autohndler in Zahlung geben, werden wir ihn schon am nchsten Tag auf dessen Hof zu einem weitaus hheren Preis an-geboten wiederfinden, als der Hndler ihn an uns gezahlt hat.

Gibt es fr sol-che Handelsspannen eine konomische Rechtfertigung, oder sind sie als funktionslose Gewinnaufschlge abzulehnen? Diese Frage hat eine lange Tradition in der konomischen Diskussion. Schon im alten Griechenland wurden die Hndler eher schief angesehen. Scheinbar bereicherten sie sich ja auf Kosten der Konsumenten, ohne selbst den Gtern einen zustzlichen Wert hinzuzufgen. Sie standen daher ganz unten auf der Wertschtzungssskala der Berufe. Die katholische Kirche des Mittelalters ging in ihrer Bewertung des Handels nicht ganz so weit.

Aber immerhin konnte auch nach ihrer Auffassung der Kaufmann hchstens sndlos, niemals aber gottgefllig handeln. Selbst die Klassiker des Jahrhunderts betrachteten den Handel als un-produktiv. Sie sahen zwar schon die Notwendigkeit, die produzierten Gter im Wege des Handels jeweils an den Ort zu bringen, wo sie schlielich ver-braucht wurden. Aber einen Beitrag zum Sozialprodukt wollte auch Adam Smith darin nicht sehen.

Fr ihn war der Handel ebenso wie alle anderen Dienstleistungen ein Bestandteil des volkswirtschaftlichen Konsums. Er trug zum Verbrauch der knappen Gter bei, nicht aber zu ihrer Produktion. Diese Auffassung ist allerdings bei nherer berlegung kaum haltbar.

Wieso soll es ein Beitrag zum Sozialprodukt darin zu sehen sein, beispiels-weise Kohle aus der Erde zu holen, nicht aber darin, sie zum Endverbraucher zu bringen? Wenn der Handel keine produktive Leis-tung erbringt, wieso wird er dann berhaupt gegen entsprechendes Entgelt in Anspruch genommen? Offenbar ist es in vielen Fllen gnstiger fr die Konsumenten, ihre Gter ber den professionellen Handel zu beziehen, anstatt sie selbst beim Produ-zenten abzuholen.

Es ist eben mhsamer, einen passenden Gebrauchtwagen durch das Abklappern etlicher Angebote in den Zeitungsannoncen zu finden, als aus dem reichhaltigen Fahrzeugpark eines professionellen Hndlers zu whlen. Der Preisaufschlag, den der Handel dafr nimmt, ist nichts anderes als ein Entgelt fr diesen Vorteil, den er den Konsumenten verschafft.

Heute werden die Leistungen des Handels ganz selbst-verstndlich zur volkswirtschaftlichen Wertschpfung gerechnet. Anders ist es mit den Gewinnen, die aus reiner Spekulation entstehen. Der Spekulant ist weder am Transport der Gter beteiligt noch an deren Vertei-lung an die Konsumenten. Vielmehr kauft er einfach billig Vorrte auf, bei-spielsweise Rohl oder andere leicht lagerbare Rohstoffe, um sie spter zu einem hheren Preis wieder loszuschlagen.

Lassen sich solche Spekulations-gewinne konomisch rechtfertigen? Darber gehen die Meinungen auch in der konomie auseinander. Falsch wre es sicherlich, die Spekulationsgewinne einfach als unfaire Bereiche-rungsmglichkeit fr vermgende Kapitalisten zu betrachten. Denn immerhin geht der Spekulant ja auch ein Risiko ein, wenn sich nmlich die Preise an-ders entwickeln sollten, als er es erwartet. Und damit verringert er unter Um-stnden die Risiken fr andere Marktteilnehmer, beispielsweise fr die Kon-sumenten!

Dies wird den Preis tendenziell nach oben treiben und dazu beitragen, da der Verbrauch in Grenzen bleibt. Nun mge im nchsten Jahr die Ernte durch Sturm und Hagel nahezu vernichtet werden. Jetzt ist fr den Spekulanten die Zeit gekommen, seine Vorrte zu hohen Preisen zu verkaufen. Damit trgt er offenbar zur Vermeidung einer Hun-gersnot bei! Zumindest wrde der Weizenpreis noch sehr viel hher steigen, wenn der Spekulant nicht in weiser Voraussicht entsprechende Vorrte ange-legt htte, die er jetzt auf den Markt werfen kann.

Dies ist der positive Fall. Es kann allerdings auch sein, da die Spekulation zur Destabilisierung des Marktes fhrt. Beispielsweise knnten spekulative Weizenkufe zu Preissteigerungen fhren, welche wiederum andere Speku-lanten dazu veranlassen, auf den fahrenden Zug aufzuspringen. Auf diese Weise kann der Preis hochgeschaukelt werden, ohne da es dafr einen ei-gentlichen konomischen Grund gibt. Sobald nun der Preis eine solche Hhe erreicht, da die ersten Spekulanten kalte Fe bekommen, kann es wieder-um zu bertreibungen in die andere Richtung kommen.

Insbesondere fr die Aktienbrse und fr die Devisenmrkte wird oft be-hauptet, da die Spekulation meist destabilisierend in diesem Sinne wirkt. Die Rohstoffmrkte scheinen dagegen durch die Spekulation eher stabilisiert zu werden. Das kann man damit erklren, da hier natrliche Angebots-schwankungen auftreten.

Eine entsprechende Vorratsbildung mag daher volkswirtschaftlich sinnvoll sein, wenngleich dabei die Kosten und Risiken der Lagerhaltung nicht bersehen werden drfen. Letztlich handelt es sich bei der Bewertung der Spekulation um einen Streit, der theoretisch wohl nicht ein fr allemal entschieden werden kann. Es kommt dabei sehr auf den betreffenden Markt und auf die jeweiligen Um Menschen und Mrktestnde an.

Im Fall der Devisenmrkte entscheidet zum Beispiel nicht zuletzt die Wirtschaftspolitik der betreffenden Staaten darber, ob destabilisierende Spekulationen berhaupt Nahrung finden und wie weit sie gehen knnen.

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