Friedensvertrag von Versailles

Der Friedensvertrag von Versailles (auch Versailler Vertrag, Friede von Versailles) wurde bei der Pariser Friedenskonferenz im Schloss von Versailles von den Mächten der Triple Entente und ihren Verbündeten bis Mai ausgehandelt.

Möglicherweise unterliegen die Inhalte jeweils zusätzlichen Bedingungen. Durch die Öffnung von Archiven besonders auf Seiten der USA in den letzten Jahren wurde aber zumindest deutlich, dass es auch innerhalb der westlichen Siegermächte Überlegungen gab, die Note anzunehmen und ein neutrales, wiedervereinigtes Deutschland zuzulassen. Der Vertrag konstatierte die alleinige Verantwortung Deutschlands und seiner Verbündeten für den Ausbruch des Weltkriegs und verpflichtete es zu Gebietsabtretungen, Abrüstung und Reparationszahlungen an die Siegermächte.

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Der Friedensvertrag von Versailles (auch Versailler Vertrag, Friede von Versailles) wurde bei der Pariser Friedenskonferenz im Schloss von Versailles von den Mächten der Triple Entente und ihren Verbündeten bis Mai ausgehandelt.

Das Deutsche Reich musste die Souveränität Österreichs anerkennen. Nach Artikel 91 des Versailler Vertrags erwarben grundsätzlich alle deutschen Reichsangehörigen, die ihren Wohnsitz in den endgültig als Bestandteil des wiedererrichteten polnischen Staates anerkannten Gebieten hatten, von Rechts wegen die polnische Staatsangehörigkeit unter Verlust der deutschen. Polen deutscher Reichsangehörigkeit im Alter von über 18 Jahren, die in Deutschland ihren Wohnsitz hatten, waren berechtigt, für die polnische Staatsangehörigkeit zu optieren.

Allen Personen, die von dem Optionsrecht Gebrauch machten, stand es frei, innerhalb von zwölf Monaten ihren Wohnsitz in den Staat zu verlegen, für den sie optiert hatten.

Sie durften dabei ihr gesamtes bewegliches Gut zollfrei mitnehmen. Diese Bestimmungen erzeugten in den ersten Jahren nach der Transformation in innerstaatliches Recht eine nicht unerhebliche Wanderungsbewegung zwischen dem Deutschen Reich und Polen.

Viele Deutsche, die die deutsche Reichs- und Staatsangehörigkeit nicht verlieren wollten und entsprechend optiert hatten, sahen sich gezwungen, ihre angestammte Heimat zu verlassen und auch ihren Grundbesitz zu verkaufen, um sich im Reich wieder eine Existenz aufzubauen.

Polen sah die in den Nachkriegswirren vorübergehend Abgewanderten als stillschweigende Optanten an, auch wenn diese Deutschen sich noch nicht für oder gegen die deutsche Staatsangehörigkeit entschieden hatten. Das dadurch erhöhte Angebot auf dem polnischen Grundstücksmarkt führte zu fallenden Preisen der Grundstücke und zu Vermögensverlusten bei den Verkaufenden. Als Folge des Wiener Abkommens emigrierten zwischen und dem Sommer etwa Das Deutsche Reich war für die Aufnahme dieser Menschen schlecht vorbereitet.

Die meisten wurden zunächst in einem Lager bei Schneidemühl aufgefangen. Artikel des Vertrages verlangte die Entwaffnung auch im zivilen Bereich. Der Deutsche Reichstag beschloss in der Folge am 5. August damals regierte das Kabinett Fehrenbach mehrheitlich das Entwaffnungsgesetz. Das Deutsche Reich wurde zur Wiedergutmachung durch Geld- und Sachleistungen in noch durch die Reparationskommission festzulegender Höhe verpflichtet.

Eine erste Rate von 20 Milliarden Goldmark war bis April zu zahlen. Im sogenannten Champagnerparagraphen wurde festgelegt, dass Produktbezeichnungen, die ursprünglich Herkunftsbezeichnungen aus den Ländern der Siegermächte waren, nur noch verwendet werden durften, wenn die so bezeichneten Produkte auch tatsächlich aus der genannten Region stammten: Seitdem darf Branntwein in Deutschland nicht mehr als Cognac und Schaumwein nicht mehr als Champagner verkauft werden — Bezeichnungen, die bis dahin in den deutschen Ländern durchaus üblich waren.

Luxemburg musste die bislang bestehende Zollunion mit dem Deutschen Reich aufgeben. Der Völkerbund war Vorläuferorganisation der heutigen Vereinten Nationen , die nach dem Zweiten Weltkrieg gegründet wurden. Deutschland war bis kein Mitglied. Auch die Regelungen über diese Organisation sind in allen Pariser Vororteverträgen enthalten und heben Problemstellungen der Arbeitswelt erstmals auf die Stufe des internationalen Rechtssystems.

Der Versailler Vertrag geht somit über die Regelungen klassischer Friedensverträge hinaus. Als Garantie für die Durchführung der übrigen Bestimmungen des Vertrags wurde eine alliierte Besetzung des linksrheinischen Gebietes und zusätzlicher Brückenköpfe bei Köln , Koblenz und Mainz vereinbart.

Diese sollte zeitlich gestaffelt 5, 10 und 15 Jahre nach dem Ratifizierungsdatum aufgehoben werden Artikel — Das Deutsche Reich wurde durch die territorialen Abtretungen in seiner Wirtschaftskraft erheblich geschwächt. Die deutsche Landwirtschaft konnte diesen Verlust zunächst nicht ausgleichen. Da das Deutsche Reich seine Armee nach Art.

Versailler Vertrag auf eine Stärke von Verschiedene Historiker bezeichneten es als ein Grundproblem des Versailler Vertrages, dass er zwei Ziele gleichzeitig zu erreichen versuchte: Das ist ein zwanzigjähriger Waffenstillstand. John Maynard Keynes , der Vertreter des Schatzamts der britischen Delegation bei den Vertragsverhandlungen, trat noch vor Abschluss der Verhandlungen unter Protest gegen die Vertragsbedingungen, die Deutschland auferlegt werden sollten, von seinem Posten in der Delegation zurück.

Die Friedensbedingungen wurden in Deutschland als überraschend und als extrem hart empfunden. Lange hatte die deutsche Öffentlichkeit geglaubt, auf der Grundlage der wilsonschen Vierzehn Punkte einen milden Frieden erreichen zu können, der im Wesentlichen den Status quo ante wiederherstellen würde.

Auf die hohen Reparationsforderungen und die Industriedemontagen im Ruhrgebiet versuchte die deutsche Reichsregierung mit einem Generalstreik zu reagieren, der mit ständig nachgedrucktem Geld unterstützt werden sollte. Sie war vor allem dadurch zustande gekommen, dass den Kriegsanleihen, mit denen das Kaiserreich vorher den Krieg finanziert hatte, durch die militärische Niederlage keine Sachwerte gegenüberstanden. Während und nach der Inflation geriet das Reich in eine zunehmende Abhängigkeit von ausländischen Krediten, besonders US-amerikanischen.

Darin wurde das Verhältnis zur Sowjetunion normalisiert und auf gegenseitige Ansprüche verzichtet. Neben dem hier erläuterten Friedensvertrag von Versailles existiert noch ein weiterer weniger bekannter Pariser Vorortvertrag mit gleichem Namen.

So wird der polnische Minderheitenvertrag vom Dabei handelt es sich um den ersten völkerrechtlichen Vertrag mit konkret ausgearbeiteten Schutzrechtbestimmungen für nationale Minderheiten. Vertrag von Versailles ist eine Weiterleitung auf diesen Artikel. Weitere Bedeutungen sind unter Vertrag von Versailles Begriffsklärung aufgeführt.

Kriegsziele im Ersten Weltkrieg. Volksabstimmungen im Gefolge des Versailler Vertrags. Deutsche Reparationen nach dem Ersten Weltkrieg. Politikgeschichte Europa Deutsche Geschichte Jahrhundert Polnische Geschichte Jahrhundert Politik Reparationen. Ansichten Lesen Quelltext anzeigen Versionsgeschichte. Navigation Hauptseite Themenportale Zufälliger Artikel. In anderen Projekten Commons. Diese Seite wurde zuletzt am Dezember um Möglicherweise unterliegen die Inhalte jeweils zusätzlichen Bedingungen.

Die Auffassung Adenauers, dass Stalins Angebot nicht ernst gemeint war, wurde weit und breit geteilt. Es gab aber unterschiedliche Auffassungen darüber, wie man auf das Angebot reagieren solle. In der Forderung nach freien Wahlen und der Ablehnung der Potsdamer Grenzen stimmte er zwar mit Adenauer überein, nahm die sowjetischen Vorschläge aber dennoch sehr ernst. In einer Rundfunkansprache vom Er forderte, die Vorschläge der Sowjetunion genau auszuloten, um keine etwaige Gelegenheit zur Wiedervereinigung zu vergeben.

Ähnlich meinten andere Minister und auch Teile der FDP , man solle Stalins Angebot wenigstens ernsthaft prüfen, damit in der Weltöffentlichkeit nicht der Eindruck entstehe, die Wiedervereinigung scheitere an der Haltung der Bundesrepublik.

Und anlässlich einer solchen Prüfung werde dann schnell überdeutlich, dass Stalin sein Angebot gar nicht ernst meine. Das Angebot des Diktators Stalin sei nicht ernst gemeint, und die Forderung nach freien Wahlen müsse aufrechterhalten bleiben. Es blieb aber ein Unbehagen darüber, dass die Bundesrepublik nichts gegen die deutsche Teilung ausrichten konnte. Darin bezeichnete er die DDR als demokratischen und freien Staat und die Bundesrepublik Deutschland als undemokratisch und faschistisch.

Friedens- und demokratiefeindliche Gruppen dürften in einem vereinigten Deutschland jedoch nicht bestehen. In der zweiten Stalin-Note vom 9. April blieb die Sowjetunion dabei, dass die Verhandlungen mit den Grundlagen des Friedensvertrags und der Bildung einer gesamtdeutschen Regierung beginnen müssten. Zwar akzeptierte Stalin, dass freie Wahlen die Grundlage einer gesamtdeutschen Regierung seien, dennoch sollte die Prüfung der Voraussetzungen durch die Siegermächte , nicht durch die Vereinten Nationen erfolgen.

In der zweiten Westnote Mai betonte man erneut, dass an den Vertragsverhandlungen eine frei gewählte gesamtdeutsche Regierung teilnehmen müsse. Die Streitfrage der Reihenfolge blieb also: Darin kritisierte Stalin die Westverträge die laut Deutschlandvertrag auch nach der Wiedervereinigung gelten sollten und warf den Westmächten vor, die Verhandlungen über einen Friedensvertrag zu verzögern.

Auf einer Konferenz, so die Westnote, sollte noch nicht über einen Friedensvertrag verhandelt, sondern erst über eine Wahlprüfungskommission entschieden werden.

Eine Meinungsverschiedenheit blieb auch die Frage, ob die Potsdamer Beschlüsse die Grundlage von Verhandlungen sein könnten — nach Ansicht des Westens widersprachen diese Beschlüsse allen Entwicklungen seit Die Sowjetunion wiederholte in ihrer letzten Note vom August hauptsächlich ihre Forderungen und Beschuldigungen.

Nachdem aber der Westen eine Wahlprüfungskommission nicht durch die UN, sondern durch die Siegermächte zugestanden hatte, lehnte die Sowjetunion plötzlich eine internationale Wahlprüfungskommission überhaupt ab. Stattdessen sollten die beiden deutschen Staaten eine paritätische Kommission einrichten. Dies war aber bereits von den Westmächten abgelehnt worden. Aus diesem Grunde beschränkten sich die Westmächte in ihrer Antwort vom September darauf, ihrerseits vorherige Ansichten zu wiederholen und den Vorschlag von der Bildung einer unparteiischen Kommission durch die vier Mächte zu erneuern.

Die Unterzeichnung der beiden Westverträge am Mai betonte das noch. Wie bereits gesehen, waren sich die meisten Beobachter und Politiker in den wesentlichen Punkten einig. Im Nachhinein kam es allerdings mehrmals zu einer Debatte über die Frage, ob eine reelle Chance zur Wiedervereinigung verpasst worden war.

Genau genommen ging es um zwei Streitfragen:. Vor allem das Verhalten der Bundesregierung und der Westmächte standen zur Debatte. Die Haltung Adenauers in der Weimarer Republik er wollte ein unabhängiges Rheinland innerhalb des Reichs wurde gegen ihn verwandt, kann aber nicht mit hinreichender Sicherheit als Motiv belegt werden.

Doch Adenauer hatte auch ein rationales Motiv: Mit der Ostzone wäre Gesamtdeutschland protestantischer und wohl auch sozialdemokratischer geworden als die Bundesrepublik der drei Westzonen.

Die Debatte hatte zwei Höhepunkte: Eine neuere Forschung seit den er Jahren bezieht auch die Archive des ehemaligen Ostblocks mit ein und trägt zur Fortsetzung der Diskussion bei. Je klarer jedoch wurde, dass die Chancen für eine Wiedervereinigung Deutschlands schwanden, desto heftiger wurde die Debatte darüber geführt, ob nicht eine wichtige Chance verpasst worden war.

Sethe war Anfang der fünfziger Jahre Mitherausgeber der Frankfurter Allgemeinen Zeitung gewesen und hatte sich in seinen Kommentaren dafür ausgesprochen, die Stalin-Noten wenigstens auf ihre Ernsthaftigkeit auszuloten.

So sah er in der Neutralisierung Deutschlands einen angemessenen Preis für die Wiedervereinigung. Aufmerksamkeit erhielt die Vorstellung durch eine Bundestagsdebatte vom Beide hatten die Bundesregierung seinerzeit im Streit mit Adenauer verlassen. Sie warfen Adenauer vor, nicht genug für die Wiedervereinigung getan zu haben.

Die Debatte kam in den er Jahren wieder auf, als die westlichen Archive für Historiker geöffnet wurden. Steininger und andere verneinten die Fragen, ob es zwangsläufig zu einem geteilten Deutschland hatte kommen müssen und ob der Kurs Adenauers der bestmögliche Weg war. Seine Argumentation beruht auf drei Annahmen:. Hermann Graml hingegen rechtfertigte das Verhalten der Westmächte. Nach einer teilweisen Öffnung der Archive der ehemaligen Sowjetunion geht der historische Streit darüber, ob die Stalin-Noten nur ein Störmanöver waren, weiter.

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