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Meeresforschung und — überwachung benötigen eine hochwertige Mess- und Analysetechnik, die von deutschen Firmen entwickelt und an Bedarfsträger ausgeliefert werden. Maritime Informations- und Leitsysteme 7. Die deutsche Fischereiflotte war zum Jahresende 24,51 Jahre alt.

Börsendaten von heute, Freitag 25.01.2019, 08:45 Uhr


Im Vergleich zum Vorjahr wuchs der Güterumschlag um rund 14,8 Mio. Mit Zuwächsen um knapp 3,0 bzw. Güterumschlag in ausgewählten Binnenhäfen Binnenhäfen Veränderung in Mio. Die öffentlichen Binnenhäfen entwickelten sich über ihre Verkehrsfunktion und Funktion als multimodale Schnittstelle des Güterverkehrs Binnenschiff, Waggon, Lkw hinaus zu multifunktionalen Standorten der Industrie, des Handels und der Distribution. An Flussmündungen gelegene Seehäfen wiederum besitzen auch Module eines Binnenhafens.

Neben dem höheren Beförderungsaufkommen an Stahlerzeugnissen partizipierte die Binnenschifffahrt an der höheren Nachfrage nach Roh- und Brennstoffen, die für deren Produktion erforderlich sind. Gleichwohl lagen die im Berichtsjahr beförderten Mengen noch deutlich unter denen der Jahre 51,2 Mio.

Die Beförderungen von chemischen Erzeugnissen nahmen ebenfalls auf allen Relationen deutlich zu. So waren von den 1. Die Fahrgastschiffe transportierten etwa 15 Mio. Die Binnenschiffswerften lieferten 51 Schiffe im Wert von 93 Mio. Im Auftragsbestand der Binnenschiffswerften befanden sich zum Jahresende noch 58 Schiffe mit einem Auftragsvolumen von 99 Mio. Der Neubauanteil von Frachtschiffen 5 an der Produktion spielt kaum eine nennenswerte Rolle, weil Werften und Stahlbaufirmen aus Niedriglohnländern von Osteuropa bis China insbesondere Schiffskaskos konkurrenzlos billig anbieten.

Wettbewerbsfähig sind deutsche und andere westeuropäische Werften in der Regel deshalb nur beim Ausbau von Schiffsrümpfen und bei komplexen Umbauten oder Modernisierungen. Nach den Feststellungen des Planco-Gutachtens20 von sind in Deutschland zur Zeit 33 Werften im Binnenschiffbau oder Reparaturen tätig, bei weiteren 5 Werften spielt der Bau von Binnenschiffen nur eine geringere Rolle.

Die 38 meist klein- und mittelständisch ausgerichteten Binnenschiffbaubetriebe in Deutschland beschäftigen etwa 2. Die Meere haben nicht nur ihre Bedeutung als Verkehrsträger sondern auch als Rohstoff- und Energieträger Meeresbergbau sowie als Nahrungsmittelreserve Aquakultur. Voraussetzung für eine nachhaltige Nutzung des Meeres sind Techniken für die Vermeidung und Bekämpfung der Meeresverschmutzung, die Entwicklung von Vermessungstechniken sowie von Wasserbau und Küstenzonenmanagement.

Technische Innovation und eine rasch wachsende Bevölkerungsdichte an der Küste — die Hälfte der EU-Bevölkerung lebt weniger als 50 km von der Küste entfernt — bewirken eine starke Beanspruchung der maritimen Ressourcen und der Meeresumwelt. Im Zentrum der künftigen Meerespolitik der EU soll ein Grünbuch stehen, das aufzeigt, wie eine Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit, eine Steigerung des Wirtschaftswachstums und eine Förderung der Beschäftigung in ökonomisch, sozial und ökologisch nachhaltiger Weise für alle maritimen Sektoren erreicht werden kann.

Die deutsche maritime Industrie wird in diesen Prozess ihre meerestechnischen Kompetenzen einbringen, die von der marinen Umweltschutztechnik und Vermessungstechnik, über den Wasserbau und das Küstenzonenmanagement bis zur Offshore-Technik reicht. Deutschland ist führend im maritime Umweltschutz, insbesondere bei mechanischen Abschöpf- und Separationssystemen. Die deutsche Meerestechnik liefert weltweit bedeutende Beiträge für eine ökologisch unbedenkliche Öl- und Erdgasförderung.

Mir der Ausdehnung in polare Regionen und andere sensitive Meeresregionen steigen Bedeutung und Marktchancen deutscher Unternehmen mit ihrem speziellem Umweltknow-how.

Meeresforschung und — überwachung benötigen eine hochwertige Mess- und Analysetechnik, die von deutschen Firmen entwickelt und an Bedarfsträger ausgeliefert werden. Zunehmend findet Meerestechnik in klimatisch herausfordernden Regionen statt.

Dabei haben sich die Polar- und Eistechnik zu bedeutenden Sektoren entwickelt. Die Unterwassertechnik gewinnt zunehmend an Bedeutung zur Erkundung und Ausbeutung der Meere nicht nur von der Wasseroberfläche aus. Die Wachstumspotenziale der Meerestechnik sind überdurchschnittlich; hierzu tragen z.

Offshore-Windparks oder die steigenden Anforderungen an Sicherheit in der Schifffahrt und an den maritimen Umweltschutz bei. Der Anteil deutscher Unternehmen mit ca. EUR am weltweiten Umsatzvolumen von Mrd. Bis wird in Europa eine Windenergieleistung bis zu Die Offshore-Windenergie bietet darüber hinaus Unternehmen der Mess- und Untersuchungstechnik zur Erfassung geologisch-physikalischer, biologischer und chemischer Prozesse ein innovatives Einsatzgebiet. Die Nutzung regenerativer Energiequellen im Meer gewinnt weiter an Bedeutung.

Strömungskraftwerke und Wellenkraftwerke befinden sich in der Erprobung und Gezeitenkraftwerke im Betrieb. Damit ist die deutsche maritime Industrie auf einem guten Weg, durch Vernetzung des schiffbaulichen Know-hows mit landgestützten Kompetenzen diesen anspruchsvollen Markt weiter zu entwickeln. Maritime erneuerbare Energien 6. Maritime Informations- und Leitsysteme 7. Insbesondere wasserbezogene Transportfahrzeuge werden zur Minimierung unerwünschter umweltrelevanter Auswirkungen wichtiger; nötig ist die Integration der Konzepte Binnenschiff, küstennah, Meer in intermodale Transportketten.

Generell ist dafür eine langzeitstabile Sensorik wichtig: Auch wenn deutsche Unternehmen derzeit keine Tiefsee-Produktionsanlagen betreiben — das Zukunftspotenzial ist erheblich. Dazu bedarf es sicherer und nicht beeinflussbarer Navigationseinrichtungen, sowohl terrestrisch als auch über Satelliten. Er ist von hohem Interesse für die gesamte europäische Wirtschaft. Neben dem maritimen Transport in Eisgebieten stellt auch der Einsatz von meerestechnischen Komponenten unter polaren Bedingungen eine erhebliche Herausforderung dar für die Meeresforschung, die Offshore-Technik und die maritime Infrastruktur Pipelines, Kabel, Verlegetechnik bis hin zur Überwachungs-, Leit- und Navigationstechnik für polare Anforderungen.

Die besondere Bedeutung betrifft einen Hochtechnologiebereich, der durch besonders hohe Anforderungen durch extreme Umweltbedingungen gekennzeichnet ist.

Deutschland ist Technologieführer bei der Entwicklung von eisgängigen Spezialschiffen und verfügt über ein hohes Potenzial in der polaren Technik und in einem Zukunftsmarkt zur nachhaltigen Sicherung von fossilen und regenerativen Energieträgern im Warenverkehr zwischen Ostasien und Europa. Allerdings gibt es derzeit noch keine Beteiligung deutscher Unternehmen an Projekten und Unternehmen zur Erdgasförderung im Eismeer. Sie stellt einen wichtigen Schritt zu einer gemeinsamen europäischen Sicherheits- und Verteidigungspolitik dar.

Ziel soll es sein, die in der Europäischen Union aufgewendeten Mittel für Rüstungsgüter effektiver einzusetzen, die Wettbewerbssituation der europäischen, noch vorwiegend national ausgerichteten Rüstungsindustrie zu verbessern und mögliche Fusionen innerhalb der europäischen Marineschiffbauindustrie zu befördern. Die Integration der nationalen Rüstungsmärkte ist wirtschaftlich, industrie- und sicherheitspolitisch sinnvoll. Sie sichert die langfristige Wettbewerbfähigkeit der europäischen Rüstungsindustrie und fördert gleichzeitig den weiteren Einigungsprozess Europas.

Nur eine gemeinsame europäische Rüstungsbasis ist auf wichtigen Feldern kooperations- und wettbewerbsfähig mit der Rüstungsindustrie der Vereinigten Staaten. Gerade in Zeiten sinkender Verteidigungsbudgets konzentriert sich deshalb die Rüstungspolitik der europäischen Staaten vorwiegend auf die Stabilisierung der eigenen Industrie. So bleibt der Wettbewerb der europäischen Rüstungsindustrien, vor allem im Rüstungsexport, zunehmend ein Wettbewerb der einzelnen Nationen, vor allem dort, wo sich die wehrtechnische Industrie immer noch überwiegend im staatlichen Besitz befindet.

Auf dem Wege in die Europäisierung der national geprägten europäischen Rüstungsindustrie ist es notwendig, die privatwirtschaftlichen und staatseigenen Strukturen zu überwinden und effiziente Strukturen für eine Europäisierung der Rüstungsindustrie zu schaffen.

Dazu gehört eine Bündelung der Kräfte bei Wahrung eines fairen und ausgewogenen Interessensausgleichs, der eine ausgewogene europäische regionale Wertschöpfung und Arbeitsplatzverteilung sichert. Die Konsolidierung der europäischen Rüstungsindustrie muss einen qualitativen Mehrwert für ganz Europa schaffen.

Ohne die Entwicklung und Einführung von neuem Gerät und Nachrüstungen bisher genutzter Systeme ist weder der enorme Forschungs- und Entwicklungsaufwand zu rechtfertigen noch zu finanzieren. Um diese Entwicklung zu kompensieren, sind die Werften, die sich mit Marineschiffbau beschäftigen, darauf angewiesen, ihre Kompetenz vorwiegend über den Export zu erhalten.

Insgesamt hat die Zahl der in der deutschen wehrtechnischen Industrie Beschäftigten in den letzten zehn Jahren von vormals etwa Als Hochtechnologiebereich übernehmen die Marineschiffbauwerften neben dem Bau der Plattformen vor allem die Systemführung, d. Systemplanung und -integration, Ablaufüberwachung und Funktionserprobung.

In wesentlichen Bereichen des Marineschiffbaus droht damit die Kernkompetenz trotz bisheriger Technologieführerschaft verloren zu gehen. Immer stärker wird in den Unternehmen der wehrtechnischen Industrie verspürt, dass wegen der drastische Senkung der öffentlichen Mittel für Forschung und Technologie natürlich auch die technologische Leistungsfähigkeit der deutschen wehrtechnischen Industrie zusätzlich geschwächt wird.

Nur mit einer aktiveren Industriepolitik ist der Erhalt der Wehrtechnik und seiner Hochtechnologiebereiche am Standort Deutschland möglich.

Hierzu bedarf es u. Zusätzlich müssten die deutlich schärferen deutschen Rüstungsexportbestimmungen im europäischen Rahmen harmonisiert werden, damit die deutsche Wehrtechnik wettbewerbsfähig bleibt. Mit dieser Fusion soll zum einen die internationale Wettbewerbssituation der deutschen Werften verbessert und zum anderen die Ausgangsposition Deutschlands bei bevorstehenden Fusionen in der europäischen Rüstungsindustrie gestärkt werden.

Diese Systemkompetenz umfasst im Marineschiffbau nicht-nuklear angetriebene U-Boote bis 2. Der Werftenverbund stellt die Grundlage dar, das marinetechnische Know-How in Deutschland zu halten und weiter zu entwickeln und den Schiffbaustandort Deutschland zu sichern. Mit der Neuausrichtung der Bundeswehr hin zu Streitkräften für Krisenprävention und Konfliktbewältigung müssen auch die Fähigkeiten der Deutschen Marine angepasst bzw.

Dies betrifft in der Hauptsache die Fähigkeit zum strategischen militärischen Seetransport, zum Wirken von See an Land einschl. Die für die Deutsche Marine notwendige Entwicklungsarbeit auf diesem Gebiet kann aber nur erhalten werden, wenn die Marineschiffbau-Industrie rechtzeitig neue Entwicklungs- und Bauaufträge erhält.

So suchen Verteidigungsministerium und Marineschiffbauindustrie gemeinsam nach Wegen, wie das sich bisher abzeichnende Auftragsloch zwischen und überbrückt wird bzw.

Gedacht ist dabei an eine gemeinsame Anstrengung, geplante Vorhaben zeitlich vorzuziehen. Diese Vorhaben sind im Wesentlichen die Fregatte Klasse und das 2. Los der U-Boote Klasse A. Loses U-Boot Klasse A in zu beginnen. Zusammen mit den noch laufenden Vorhaben und mit Exportvorhaben, um die sich die deutsche Werftindustrie weltweit intensiv bemüht, wäre damit eine hinreichende Grundauslastung der Marineschiffswerften sichergestellt. Dafür bieten die laufenden Beschaffungsvorhaben eine durchaus verlässliche Grundlagen.

Die Hafenstaatkontrolle hat sich in den letzten 20 Jahren zu einem schlagkräftigen Instrument bei der Bekämpfung unternormiger Schiffe entwickelt. Im Jahr zuvor waren es Damit ist sowohl bei den Besichtigungen als auch bei der Anzahl der Schiffe eine leichte Steigerungsrate festzustellen. Die Verpflichtung der 19 Mitgliedsstaaten der Pariser Vereinbarungen, 25 Prozent der fremdflaggigen Schiffe in ihren Häfen zu überprüfen, ist mit 30 Prozent erfüllt worden.

Dies gilt für die Gesamtzahl der Besichtigungen in allen Mitgliedsstaaten. Mängel und Defizite — Insgesamt wurden bei Im Vorjahr waren es bei Im Vorjahr waren es noch 20 Prozent. Die EU hat im Mai für ihren Zuständigkeitsbereich schärfere Regelungen erlassen und die älteren Einhüllentankschiffe Baujahr vor schon , die etwas jüngeren ab aus den europäischen Gewässern verbannt.

Gerade die spektakulären Tankerunfällen der letzten Jahre Erika, Prestige haben weltweit Fragen zur Schiffssicherheit wieder in den Vordergrund gerückt, die vor allem den baulichen Zustand älterer Schiffe, vor allem von Einhüllentankschiffen, die Prüfungen der Klassifikationsgesellschaften und die Überwachung des Seeverkehrs durch Hafenstaatkontrollorgane betreffen. Dies betrifft insbesondere die Verbesserung der Hafenstaatkontrollen und gemeinsame Vorschriften und Normen für Klassifikationsgesellschaften.

Nationaler Fonds für Ölverschmutzungsschäden Der Rechtsausschuss des Deutschen Bundestages hat beschlossen, das bestehende System der Entschädigung nach Öltankerhavarien auszubauen. So soll künftig der auf der Grundlage des Protokolls zum Internationalen Übereinkommen von über die Einrichtung eines Internationalen Fonds zur Entschädigung von Ölverschmutzungsschäden zu bildende Zusatzfonds Entschädigungen bis zu einer Milliarde Euro leisten.

Der Ausschuss billigte dazu zwei von der Bundesregierung vorgelegte Gesetzentwürfe. Die Regierung hatte das entsprechende Protokoll am Mai in London unterzeichnet. Die Gesetzentwürfe wurden am Mai vom Plenum ohne Aussprache verabschiedet. Oktober in Kraft getretenen Seeschifffahrtsanpassungsgesetz gibt es in Deutschland einen einheitlichen rechtlichen Rahmen für die Schiffssicherheit. Mit dem neuen Schiffssicherheitsgesetz und der Schiffssicherheitsverordnung gibt es verbindliche nationale Regeln für Bau, Ausrüstung und Betrieb von Seeschiffen nach internationalen Standards.

Die See-Berufsgenossenschaft nimmt als deutsche Schiffssicherheitsbehörde die Aufgaben der Hafenstaatkontrolle wahr.

Sie achtet auf die Einhaltung der Anforderungen, die sich aus den internationalen Übereinkommen zur Sicherheit, dem Meeresumweltschutz sowie der Lebens- und Arbeitsbedingungen an Bord ergeben. Schwerwiegende Mängel werden bis hin zum Verbot der Weiterfahrt verfolgt. In Einzelfällen wird Schiffen das Einlaufen in die Hoheitsgewässer untersagt, solange bis sie nachweisen können, dass die Mängel behoben und sie sicher am Seeverkehr teilnehmen können. Lotsen Im Sinne einer durchgängigen Sicherheitskette im Verkehrssystem Seetransport kommt den Lotsen als schifffahrtskundige Berater der Schiffsführungen in Küstengewässern, auf Reeden und Revieren eine besondere Bedeutung für die Sicherheit und Leichtigkeit des Seeverkehrs zu.

September rückte die Seeschifffahrt als mögliches weiteres Ziel des internationalen Terrorismus in den Fokus der internationalen Staatengemeinschaft. So müssen alle Häfen und Schiffe einen Gefahrenabwehrplan erstellen. Auf allen Schiffen sind Sicherheitsoffiziere einzustellen, die für die Einhaltung der Gefahrenabwehrpläne verantwortlich sind.

Spezielle nationale Points of Contact sind für die Sicherheitskommunikation einzurichten. Der zweite Teil des Sicherheitskonzeptes gilt für die Häfen und Hafenbetreiber: Schiffe, die aus solchen Häfen kommen, werden erhebliche Wettbewerbsnachteile haben, insbesondere im Verkehr mit nordamerikanischen Häfen. Dort werden die Daten einer Risikoanalyse unterzogen, ggf.

Die Verantwortung für die Hafensicherheit liegt national bei den Küstenländern, während der Bund die Interessen der deutschen Häfen in den internationalen Gremien vertritt.

Aufsichtsbehörde für die Betreiber einzelner Hafeneinrichtungen ist das jeweils zuständige Hafenamt. Ein Schiffsdatenschreiber zeichnet alle für die Sicherheit des Schiffes und der Schiffsführung wichtigen Daten kontinuierlich auf und ermöglicht eine evtl. Die Ausrüstung soll mit sog. Juli gebaut worden sind, bei der ersten Besichtigung nach dem 1. Juli , jedoch spätestens bis zum 1.

Es kann nach einem Schiffsunglück geborgen und die gespeicherten Daten durch Behörden oder Reedereien zur Ursachenuntersuchung abgerufen werden. Der ISM-Code gilt seit Weltweit einheitliche und vor allem verpflichtende Regeln für das Sicherheitsmanagementsystem in Reedereibetrieben und an Bord sollen einen sicheren Schiffsbetrieb und eine die Sicherheit des Schiffsverkehrs entsprechende Besetzung der Schiffe gewährleisten.

In Deutschland wird die staatliche Aufgabe durch die Schiffssicherheitsabteilung der See-Berufsgenossenschaft unter Zuhilfenahme von anerkannten Klassifikationsgesellschaften durchgeführt. Für Handelsschiffe gilt ab AIS Automatic Identification System ist ein automatisches, selbstorganisierendes, schiffs-, land- und luftgestütztes Kommunikations- und Informationssystem zum Austausch von nautischen Daten zum Zwecke der Kollisionsverhütung, Verkehrslenkung und Verkehrsüberwachung bzw.

Umfangreiche Detailinformationen über jedes einzelne Schiff werden verfügbar. Über einen fest an Bord installierten VHF-Transponder werden auf reservierten Frequenzen automatisch verschiedene statische, dynamische und reisebezogene Daten mit anderen Schiffen und Landstationen im Broadcast-Verfahren ausgetauscht. Hierbei werden die für die eigene Übertragung benötigten Zeitschlitze belegt. Die Pfeile zeigen an, welche Zeitschlitze auf den beiden Kanälen nacheinander genutzt werden.

Die Reservierung als solche erfolgt innerhalb eines Kanals von einem Zeitschlitz dieses Kanals auf den nächsten Zeitschlitz desselben Kanals. Die von AIS gelieferten Daten können auf den Schiffen auf einem separaten Anzeigegerät oder in die bordeigenen Navigationssysteme wie Radar und die elektronische Seekarte dargestellt und so dem Bordpersonal zugänglich gemacht werden.

Für das Bordpersonal ergibt sich aus dieser Darstellung eine kontinuierliche und sehr genaue Übersicht über das verkehrliche Umfeld seines Fahrzeuges.

Schon frühzeitig lassen sich somit gefahrengeneigte Begegnungen erkennen und durch geeignete Manöver entschärfen. Zu jedem Fahrzeug können durch einfachen Mausklick auf das Symbol die oben genannten Informationen abgerufen werden.

Nur so ist sichergestellt, dass auch Fahrzeuge ohne AIS-Bordgerät von den übrigen Schiffen rechtzeitig erkannt werden. Zur Gewährleistung und Steigerung der Sicherheit und Leichtigkeit des Schiffsverkehrs und zum Schutze der maritimen Umwelt ist die Nutzung dieser zusätzlich verfügbaren Daten, auch über den Hoheitsbereich hinaus, sinnvoll und notwendig. Es gibt Seegebiete mit hoher, mittlerer und geringer Verkehrsdichte. Darüber hinaus gibt es an der deutschen Küste Seegebiete, die aufgrund der morphologischen und hydrologischen Randbedingungen besondere Gefahren für die Schifffahrt aufweisen.

Die Verkehrsüberwachung der einzelnen Seegebiete durch die Verkehrszentralen wird daher auch in unterschiedlicher Intensität erfolgen. In den Seegebieten mit hoher Verkehrsdichte, zu denen u. Neben der bewährten Radarüberwachung des Verkehrs wird hier zukünftig die AISTechnologie dazu beitragen, die Genauigkeit der in den Verkehrszentralen abgebildeten Verkehrslage weiter zu erhöhen.

Mit den jederzeit verfügbaren Daten über die Fahrzeuge und ihre aktuellen Kurse und Geschwindigkeiten erhalten die Verkehrszentralen ein effektives zusätzliches Instrumentarium für die kontinuierliche Überwachung des Verkehrgeschehens in den Revieren. Dies kann in sinnvoller Kombination aus manueller Überwachung und der Generierung von automatischen Alarmen z. Insbesondere in sensibleren Seegebieten wie z. Aus den übrigen Seegebieten mit geringer Verkehrsfrequenz oder überwiegend Kleinfahrzeugen Fischerei, Sportschifffahrt werden die AIS-Daten gebietsweise ebenfalls im Wege der automatischen Überwachung der Verkehre genutzt.

Sofern eine automatische Überwachung aufgrund der geographischen Verhältnisse z. Voraussetzung hierfür ist, dass die Fahrzeuge vom Radarsystem einer Verkehrszentrale erfasst werden. Somit können jederzeit Navigationswarnungen, Informationen über Verkehrsregelungen oder hafenbezogene Informationen an die Schifffahrt weitergeleitet werden. Die AIS-Technologie trägt somit in Zukunft dazu bei, den Schiffsverkehr nicht nur auf hoher See sicherer zu gestalten, sondern sie wird auch in sensibleren küstennahen Seegebieten sowie in den Zufahrten zu den Häfen für die Sicherheit und Leichtigkeit des Verkehrs wesentliche Impulse setzen.

Die Aufgabenerledigung der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung im Rahmen der Maritimen Verkehrssicherung wird mit dieser neuen Technologie im Interesse der Sicherheit und des Umweltschutzes weiter optimiert. Der allgemeine polizeiliche Schutz in den Küstengewässern ist Aufgabe der Wasserschutzpolizeien der Bundesländer, der grenzpolizeiliche Schutz obliegt der Bundespolizei3. Die Kooperationspartner nehmen ihre originären gesetzlichen Aufgaben grundsätzlich selbst wahr, kooperieren aber in bestimmten Situationen zur schnellen Reaktion auf Gefahren und Störungen nach Seeaufgabengesetz vom Die Einsätze der Küstenwache werden seit am Das Küstenwachzentrum soll künftig die Bundespolizei, das Havariekommando, den zentralen Meldekopf, den so genannten Point of Contact zentralen Ansprechstelle der Schifffahrt zur Terrorabwehr - Maritime Security sowie ein gemeinsames Lagezentrum vereinen.

Zur Verbesserung der Lageführung und Koordination der Einsatzkräfte haben sich die Innenminister bzw. In diesem Sicherheitszentrum sollen das Havariekommando, die Küstenwache des Bundes sowie das maritime Führungs- und Lagezentrum zusammenarbeiten. Verbindungskräfte geeigneter Institutionen sollen zugezogen werden. Damit sollen künftig alle auf See tätigen Dienststellen, wie die Wasserschutzpolizei, die Bundespolizei, der Zoll und das Havariekommando an einem Ort verknüpft und ihre Informationen an einer Stelle gebündelt werden, um bei Krisensituationen schneller eingreifen zu können.

Die Vollzugskräfte der jeweiligen Behörden tragen als gemeinsames Erkennungszeichen das Emblem der Küstenwache an ihrer Dienstkleidung. Die ständig präsenten Fahrzeuge der Küstenwache überwachen im Rahmen der allgemeinen Vorsorge die Seegebiete, insbesondere im Hinblick auf die Verschmutzung des Wassers mit Schadstoffen. Die Bundespolizei trägt mit ihren zehn Booten und acht seeflugtauglichen Hubschraubern ebenso zur Überwachung und Aufklärung von Umweltstraftaten bei wie der Zoll mit zwölf Booten.

Der Aufgabenbereich der für die deutsche Nord- und Ostseeküste zuständigen Wasser- und Schifffahrtsdirektionen Nord und Nordwest mit den ihnen nachgeordneten Wasser- und Schifffahrtsämter erstrecken sich u. Die Überwachung der Einhaltung der Verkehrsvorschriften sind ein Teil des vielschichtigen Aufgabenbereiches der WSV, die diese gemeinsam mit den in der Küstenwache vertretenen Ermittlungs- und Vollzugskräften des Bundes durchführt.

Dem Bundespolizeipräsidium Nord unterstehen für den polizeilichen Schutz der deutschen Seegrenzen das Bundespolizeiamt See und die Bundespolizeifliegerstaffel Nord in Fuhlendorf. Der grenzpolizeiliche Schutz des deutschen Staatsgebietes erstreckt sich dabei vorrangig auf die Verhinderung illegaler Einreisen und die Bekämpfung der organisierten Schlepper- und Schleuserkriminalität auf See. Über entsprechende Verwaltungsvereinbarungen werden zusätzlich Boote der Bundespolizei und der Zollverwaltung in der Fischereiüberwachung eingesetzt.

So überwachen die schnellen Zollkreuzer, die mit Tochterbooten ausgestattet sind, den Warenverkehr über die Grenzen des Zollgebietes der Europäischen Union und sichern die Erhebung von Ein- und Ausfuhrabgaben. Ferner werden die bestehenden Verbote und Beschränkungen im Warenverkehr, insbesondere im Hinblick auf Drogen, Sprengstoffe und Kriegswaffen, überwacht.

Im erweiterten Küstenmeer werden zur Wahrnehmung allgemeinpolizeilicher Aufgaben, schifffahrtspolizeilicher Vollzugsaufgaben und für Aufgaben zum Schutz der Umwelt die folgenden Seeschiffe mit beschränktem Fahrtbereich durch die Wasserschutzpolizei eingesetzt. Januar seinen Betrieb in Cuxhaven aufgenommen.

Eine einheitliche Organisations- und Führungsstruktur zumindest für den Fall der Einsatzleitung eines schwerwiegenden Seeunfalls fehlte jedoch. Februar eine unabhängige Expertenkommission unter der Leitung von Senator a. Hierzu wurden 30 konkrete Empfehlungen ausgesprochen.

Auftrag und Ziel dieses interministeriellen Projekts war eine umfassende Optimierung der maritimen Notfallvorsorge in den als defizitär erkannten Bereichen und die Entwicklung von ausgewogenen und tragfähigen Realisierungskonzepten. Es wurden anhand der Empfehlungen der Expertenkommission für acht Themenbereiche Teilprojekte gebildet, in denen Fachleute des Bundes und der Küstenländer unabhängig von starren Verwaltungsstrukturen Lösungen erarbeitet haben.

Im See- und Küstenbereich gibt es aufgrund der Kompetenzverteilung nach dem Grundgesetz sowie der einschlägigen Bundes- und Landesgesetze eine Vielzahl von Behördenzuständigkeiten, so z.

Anhand dieser zentralen Empfehlung9, die die unabhängige Expertenkommission formuliert hat, haben sich der Bund und die Küstenländer nach konstruktiven Verhandlungen auf folgendes Konzept geeinigt: Hier laufen über die entsprechenden Meldewege alle relevanten Informationen zusammen. Er wird beraten und unterstützt durch einen Expertenstab.

Die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger10, die Bundeswehr insbesondere die Deutsche Marine11 und der Koordinierungsverbund Küstenwache12 sind durch Vereinbarungen in die Arbeit des Havariekommandos einbezogen. Insgesamt werden jedoch die durch das Grundgesetz vorgegebenen Bundes- und Landeszuständigkeiten zur Gefahrenabwehr auf See nicht geändert. Für andere Fragen, wie zum Beispiel die Schiffsbrandbekämpfung und die Verletztenversorgung auf See, entsteht mit dem Havariekommando zum ersten Mal bundesweit eine einheitliche Koordinierungsstelle.

Rechtliche Grundlage für die Arbeit des Havariekommandos sind neben weiteren Kooperationsvereinbarungen u. Die gesetzlichen Zuständigkeiten bleiben unberührt. Er gibt die Ziele zur Bekämpfung der komplexen Schadenslage vor und erteilt den insoweit zuständigen Stellen entsprechende Aufträge In der Einsatzorganisation besetzen die Mitarbeiter des Kompetenzzentrums den Havariestab. Dieser ist in vier Stabsbereiche mit entsprechenden Aufgabenzuweisungen gegliedert. Der Leiter des Havariekommandos hat die Gesamteinsatzleitung.

Die Leitung des Havariestabes wird durch einen Fachbereichsleiter wahrgenommen. Jeder der vier Stabsbereiche wird in der Regel auch von den Leitern der Fachbereiche geführt. Das Havariekommando bedient sich dabei aller auf See und im Küstenbereich zuständigen Behörden und sonstiger Einrichtungen des Bundes und der Länder.

Sie führt diese Aufgaben eigenverantwortlich und unabhängig durch. Die Rettungsflotte ist bei jedem Wetter und rund um die Uhr einsatzbereit. Ferner wurden im vergangenen Jahr 67 Fahrzeuge vor Totalverlust bewahrt. Die Rettung aus Seenot erfolgt grundsätzlich kostenfrei und wird aus Mitgliedsbeiträgen, Spenden u. Kanal 16 und DSC 70 Rufzeichen: Gemeinsam betreiben sie ca. Unterhalten wird ein eigener luftfahrtechnischer Betrieb; Flugbetrieb und Technik sind über eine zentrale Einsatzleitung rund um die Uhr an Tagen ansprechbar und einsatzbereit.

Reserve 21 2 Std. Ziel ist ein Sicherheitsniveau mit Eingreifzeiten von höchsten zwei Stunden an der gesamten Küste und Nord- und Ostsee. Bei einer Havarie werden die Notfallschlepper der zentralen Einsatzleitung des Havariekommandos unterstellt. Die Bereitstellung der bundeseigenen Mehrzweckschiffe als Arbeitsplattformen bei der unmittelbaren Gefahrenabwehr ist eine unverzichtbare Verbesserung der maritimen Notfallvorsorge.

Jeder der knapp vier Jahre alten Schlepper hat zwei Besatzungen von 6 Mann, die im zweiwöchigen Wechsel an Bord arbeiten. Flottenkommando Fakten und Zahlen 8.

Es besteht aus Verkehrstrennungsgebieten, dem küstenfernen Tiefwasserweg für Öl-, Gas- und Chemikalientanker, der Lotsenberatung und der Radarüberwachung des Schiffsverkehrs durch die Revierzentralen. Lotsen und die jeweiligen Revierberatungen gewährleisten das sichere Befahren der vorgeschriebenen Schifffahrtswege durch Beratung und Unterstützung. In den deutschen Küstengewässern kommt der Kontrolle ausländischer Handelsschiffe auf Einhaltung international gültiger Sicherheitsstandards Port State Control gem.

Gerade die Revierfahrt stellt mit ihren besonderen Gefahren und der starken Verkehrsdichte extrem hohe Anforderungen an die nautische Schiffsführung. Um Gefahren zu minimieren, ist eine kompetente Unterstützung unverzichtbar, die nur von gut ausgebildeten, revierkundigen und erfahrenen Seelotsen geleistet werden kann. Hierzu hat Deutschland mit dem Seelotsgesetz und der Lotsenannahmepflicht in Gewässern mit schwierigen nautischen Bedingungen die entsprechenden regeln erlassen.

November den Beruf des Seelotsen. Es regelt die Rechtsstellung der Lotsen gegenüber dem Kapitän, gegenüber dem Reeder und gegenüber der Aufsichtsbehörde wie auch die Rechtsstellung der Lotsenbrüderschaft klar und bestimmt.

Um den hohen Sicherheitsstandard auch in Zukunft zu gewährleisten, bleibt der unabhängige Status von revierkundigen und erfahrenen Seelotsen unverzichtbar. Die Lotsverordnungen der einzelnen Reviere, erlassen von den Wasser- und Schifffahrtsdirektionen, regeln die notwendigen Einzelheiten.

In Ost- und Nordsee sind derzeit Seelotsen im Einsatz. Sie sind in Lotsenbrüderschaften organisiert, wie auch die Revier- und Hafenlotsen. Die Steurer sind im Verein der Kanalsteurer zusammengeschlossen.

Jahrhundert an Bedeutung verloren hatte. Dafür waren damals vor allem der technologische Fortschritt im Bau moderner Handelsschiffe und eine stetig zunehmende höhere Geschwindigkeit der Handelsschiffe ausschlaggebend. Das erneute Aufleben der Piraterie hängt im Wesentlichen mit den Veränderungen der internationalen Politik und der Weltwirtschaft im ausgehenden Zusätzliche Gefahren schufen die Bedrohungen durch Befreiungsbewegungen und Terrorgruppen, unterstützt durch die gleichzeitige deutliche Verringerung weltweiter maritimer Präsenz nach dem Ende des Ost-West Konflikts.

Betroffen von Piraterieüberfällen und Piratenakten sind heute insbesondere die Küstenregionen der Dritten Welt, in denen die Küstenstaaten kaum die Stabilität, den Willen und vor allem die Mittel besitzen, gegen zumeist auch mit staatlichen Stellen verbundene mafiose Strukturen vorzugehen. Piraterie hat sich dort zunehmend als lukrative Einnahmequelle etabliert.

Nur wenn der betreffende Küstenstaat nicht fähig oder nicht willens ist, dem angegriffenen Schiff Hilfe zu leisten, ist ein zufällig vor Ort befindliches Kriegsschiff zumindest befugt — wenn nicht gar verpflichtet —, die Hilfeleistung an der Stelle des Küstenstaates vorzunehmen, bis die Gefahr abgewendet ist.

Piratenakte in Hoheitsgewässern werden allerdings nicht vom SRÜ erfasst, ebenso wenig terroristische Angriffe, obwohl die Mehrzahl der Piratenangriffe in den Küstenmeeren, auf Reeden und in Häfen, mithin in fremden Hoheitsgebieten erfolgt.

Pro Überfall werden durchschnittlich Waren im Werte von 2. Diese Überfälle erfolgen im Hafen bzw. Hier steckt eine straff geführte Form des organisierten Verbrechens dahinter, an den häufig korrumpierte staatliche Kräfte beteiligt sind. Die ursprüngliche Besatzung wird in der Regel über Bord geworfen, um keine Zeugen zu hinterlassen. Seeräuberisch handelnde Terrorgruppen Neben den o.

Bei staatlichen Organisationen erfolgt eine Beteiligung von Staatsbediensteten der unteren Ränge in Form von Korruption bis zur physischen Beteiligung an Piratenüberfällen. In höheren Bereichen der Hierarchie werden auch Piraterieakte toleriert, wenn sie der Durchsetzung politischer Ziele dienen, z. Der Säbel des klassischen Piraten ist mittlerweile der modernen Schusswaffe gewichen, auch Panzerfäuste und Raketen werden eingesetzt. Moderne Kommunikationsmittel stellen die zur Koordination notwendige Verbindung untereinander sicher.

Geblieben ist der Enterhaken, mit den auch hohe Bordwände erklommen werden können. Einsatzmethoden 29 Deutlich verändert haben sich die Führungsstrukturen der Piraten. Oftmals hat sich eine straff geführte Organisation gebildet mit professionell geschulten Hintermännern, die über Insiderwissen verfügen und die Piratenkommandos detailreich auf bestimmte Ladungsteile oder bestimmte Container ansetzen. Die Angriffe finden überwiegend im Schutz der Dunkelheit zwischen Dabei nähern sich die Piraten meist im Radarschatten dem Zielobjekt und entern das Schiff über den Heckbereich.

Handelsschiffe sind hier besonders angreifbar, da sie aufgrund der Geographie zu vorbestimmten Kurse gezwungen sind und wegen der geringen Wassertiefen die Geschwindigkeit reduzieren müssen. Sie sind auf den Radarschirmen der Schiffe bei leicht bewegter See kaum auszumachen. In jedem Boot sitzen ungefähr ein Dutzend Piraten mit vermummten Gesichtern, die mit automatischen Waffen, Bambusstangen und Enterhaken bewaffnet sind. Der Bug des Handelsschiffes trifft das Taus; dadurch werden die beiden Boote an die Backbord- und Steuerbordseite des Frachters herangezogen und die Piraten können aufentern.

Methode 2 Piraten nähern sich nachts mit schnellen Booten unbemerkt von achtern und versuchen, mit Wurfhacken und Stangen über das Heck des Frachters an Deck zu gelangen. Methode 3 Piraten fahren mit mehreren Speedbooten aus unterschiedlichen Richtungen - zumeist bei Nacht - direkt das Handelsschiff an und eröffnen sofort das Feuer aus automatischen Handwaffen auf die Brücke.

So versuchen sie, ein Aufstoppen zu erzwingen, entern bei Erfolg auf und rauben das Schiff aus. Vorrangiges Ziel der Piraten ist dabei der Schiffssafe, in dem sich bis zu Danach plündern sie die Kajüten der Besatzungsangehörigen und rauben aus Betriebsräumen Schiffsausrüstung. Nachdem die Besatzung eingesperrt wurde, gehen sie möglichst zügig von Bord. Darüber hinaus nehmen sie oft Geiseln, die dann erst gegen Lösegeldzahlungen wieder frei kommen.

Von dem führerlosen Schiff geht eine erhebliche Gefährdung für die nautische Sicherheit aus. Ladung wird bei diesen Blitzüberfällen sehr selten gestohlen, da tragbare Beute, wie z.

Durch ihren Geschwindigkeitsvorteil nehmen die Piraten bewusst in Kauf, dass das Handelschiff einen Notruf absetzen kann. Bis Hilfe eintrifft, sind die Angreifer jedoch zumeist verschwunden. Diese Methode ist seit Ende der 90er Jahre verstärkt beobachtet worden. Ein solches Vorgehen fordert immer wieder Todesopfer und Verletzte unter den Besatzungen der angegriffenen Schiffe. Im südostasiatischen Bereich versuchen Japan und Malaysia, die Piraterie einzudämmen, weil die internationalen Seetransportwege zu ihren Häfen oftmals durch Piraten verseuchte Gewässer führen.

In Konferenzen mit Anrainerstaaten der südostasiatischen Region und mit bilateralen Vereinbarungen wurde versucht, eine multinationale Piratenbekämpfung aufzubauen. Im Juli fand aufgrund des Beschlusses der Mehrmals täglich werden die Küstengewässer mit Hubschrauber- und Bootspatrouillen abdeckt. Als Besonderheit hat Nigeria mit seinen Nachbarländern vereinbart, dass für die Piratenverfolgung ihre Einheiten jeweils 15 sm in die Territorialgewässer des jeweiligen Nachbarn eindringen dürfen.

Die IMO entschied, dass ab Die täglichen aktuellen Lage- und Warnmeldungen zur Piraterie werden im Internet bereitgestellt. Der Schwerpunkt liegt eindeutig auf den Häfen Nigerias mit 28 Überfällen in Auch hier liegt Südostasien an der Spitze: Auffällig ist dabei der Zuwachs bei Überfällen auf Schleppzüge in indonesischen Gewässern, die meist mit der Entführung der Besatzung oder der Entwendung des Schleppers verbunden sind.

Zugenommen hat die Gewalt gegenüber den Schiffsbesatzungen. Die Zahl der bestätigten Todesfälle von Seeleuten und Passagieren bei Piratenüberfällen stieg in auf 30, 30 Crewmitglieder werden vermisst. Danach wird in den Industrieländern der Energiebedarf zurückgehen, die Nachfrage in den Entwicklungsländern jedoch weiter steigen.

Die geschätzten Öl- und Erdgasressourcen haben sich durch Zugang zu neuen Quellen und durch die technische Weiterentwicklung erhöht, sie werden wahrscheinlich noch mindestens bis zur Mitte des laufenden Jahrhunderts die wichtigste Energiequelle bleiben. Insgesamt kann der erhöhte Energiebedarf jedoch nur von allen Energieträgern gemeinsam gedeckt werden: Beim Blick auf die Reserven und Ressourcen der fossilen Energieträger spricht vieles dafür, dass diese Situation mittelfristig Bestand haben wird.

Die meisten Prognosen erwarten bis zum Jahr keine grundsätzlichen Engpässe bei der Verfügbarkeit kostengünstiger Energiereserven.

Zudem wurden alle Vorhersagen in der Vergangenheit immer wieder nach oben verschoben. So ging man noch davon aus, dass die Ölvorräte bis zum Jahr erschöpft sein würden, während aus heutiger Sicht die technisch und wirtschaftlich abbaubaren bekannten Ölreserven über mehr als weitere 60 Jahre reichen werden. Diese Betrachtung geht jedoch von aktuellen Gegebenheiten aus und unterliegt den Korrekturen der realen Entwicklung.

Bei steigenden Marktpreisen können irgendwann auch einmal heute noch nicht wirtschaftlich gewinnbare Ressourcen zum Einsatz kommen. Sind die Risiken der Ölversorgung seit langem bekannt, rücken mit der Zunahme des Erdgasverbrauchs und den länger werdenden Transportwegen auch die Gefährdungen und die Störanfälligkeit der Erdgasversorgung immer stärker in den Blickpunkt.

Europa ist die Region der Welt, die mit Abstand das meiste Erdgas einführt. Zwischen und wird sich die Erdgaseinfuhr in die EU mehr als verdoppeln. Der Energiebedarf Chinas wird zunehmend die Öl- und Gasmärkte bestimmen. Menschen ohne Zugang zu kommerzieller Energie und ohne Aussicht auf Verbesserung ihrer Lebensverhältnisse sein. Die Verstädterung aber erfordert, anders als dies vielfach in den vergangenen Jahren angenommen wurde, besondere Anstrengungen bei der Bereitstellung der benötigten Energie.

Erdöl wird der dominierende Energieträger bleiben, da der weltweit dynamischste Verbrauchsbereich, der Verkehrssektor, derzeit fast vollständig auf Öl angewiesen ist. Kohle wird nach Einschätzung der IEA weiter eine führende Rolle in der Stromerzeugung haben, der Kohleverbrauch wird sich bis etwa verdoppeln. Seit Beginn der Erdölförderung im Jahrhundert hat die Menschheit bereits etwa Mrd. Öl zählt zwar wie alle fossilen Energieträger zu den endlichen Ressourcen; Sorgen vor einem baldigen Versiegen der Ölquellen sind aber unbegründet.

Die gegenwärtig explorierten Reserven betragen nach neuesten Schätzungen ca. Dadurch erwärmt sich das Meerwasser weniger, die Verdunstung nimmt ab, und somit auch der Regen.

Schätzungsweise 1,5 Milliarden Menschen rund ein Viertel der Weltbevölkerung sind mittlerweile für ihre Trinkwasserversorgung auf das Grundwasser angewiesen.

Die meisten Regionen Asiens - darunter auch die weltweit bevölkerungsreichsten Länder China und Indien - beziehen ihr Wasser zu 50 bis Prozent aus dem Grundwasser. Manche Länder wie Barbados, Dänemark und die Niederlande sind fast völlig von dieser Quelle abhängig. Nachdem der Verbrauch von Grundwasser für alltägliche Zwecke weltweit sprunghaft zugenommen hat, ist in den meisten Weltregionen, in denen Landwirtschaft im industriellen Stil betrieben wird, der Raubbau am Grundwasser und an den Aquiferen zu einem gravierenden Problem geworden.

Aquifere sind entweder gespannt wenn über dem Aquifer Gesteinsschichten oder Sedimente lagern, durch die das Wasser nicht nach oben entweichen kann oder ungespannt so dass das eingeschlossene Wasser nach oben bis zur Höhe des Grundwasserspiegels steigt und man ein Rohr direkt in den Aquifer einfuhren kann, ohne durch Felsgestein oder hartes Sediment bohren zu müssen.

Die gebräuchlichste Methode bei der Suche nach Grundwasserquellen besteht darin, Probebohrungen niederzubringen. Während der Mensch bereits seit Jahrtausenden Brunnen nutzt, ist die massive Entnahme von Grundwasser ein Phänomen, das erst im Jahrhundert durch die Verbreitung der Elektrizität und kostengünstiger Pumpgeräte möglich wurde.

Dieser Bewässerungsmethode ist auch die umstrittene Grüne Revolution in Asien zu verdanken. Viele Länder der Dritten Welt, darunter auch Indien, beteiligten sich an diesem gigantischen Experiment, von dem man sich höhere Erträge pro Hektar landwirtschaftlich nutzbarer Fläche versprach. Obwohl dadurch tatsächlich die Erträge enorm zunahmen, ist die Grüne Revolution inzwischen weitgehend in Verruf geraten, weil sie den Artenreichtum zerstört, die Umwelt durch Chemikalien verseucht und von intensiver Bewässerung abhängig ist.

Zudem hat die Grüne Revolution Zwist unter den Bauern gesät, die nun untereinander um das Wasser konkurrieren müssen, das sie einst nach Sitte ihrer Vorfahren geteilt und gehütet hatten. Der traditionelle Zusammenhalt der Gemeinschaft bei Überschwemmungen, Dürren und in der Sorge für das Wasser ging verloren. Ein weiteres Problem beim Grundwasser besteht darin, dass man es nicht sehen kann; dass ein Aquifer zur Neige geht, merkt ein Bauer erst, wenn sein Brunnen mit einem Mal versiegt.

Wenn die genutzte Wassermenge die Grundwasserneubildung übersteigt, wird die Förderung mittels Pumpen zunehmend teurer, und das Wasser ist immer stärker mit gelösten Mineralien verunreinigt.

Und weil das Grundwasser die Hauptquelle der Flüsse und Seen darstellt, können diese Oberflächengewässer durch das Anzapfen von Aquiferen ebenfalls trockenfallen, selbst wenn diese nicht vollständig entleert werden. Die Pegelstände der Flüsse sinken, Teiche und Marschen verschwinden, und in restlos entleerte Aquifere, die nahe der Küste liegen, kann sogar Salzwasser eindringen. In Indonesien und auf den Philippinen beispielsweise hat sich die Wasserqualität in der Region der beiden Hauptstädte aufgrund des Eindringens von Meerwasser erheblich verschlechtert.

Die Grundwasserentnahme raubt also der Erde nach und nach die Fähigkeit, Wasser zu speichern. Durch die weltweite Expansion des Bergbaus, der Industrie und der Erdölgewinnung ist auch die Verseuchung der Grundwasserreserven zu einem Problem geworden. Nach Berichten von World Resources, einer Publikation des Umweltprogramms der Vereinten Nationen, schwemmt die rapide Industrialisierung in Ländern der Dritten Welt Schwermetalle, Säuren und schwer abbaubare organische Schadstoffe in die Aquifere, die mancherorts die einzige Wasserquelle darstellen.

Diese Menge würde ausreichen, um Fatalerweise ist das nach der Ausbeutung einer Ölquelle zurückbleibende Wasser für Mensch und Natur verloren, denn es enthält hohe Konzentrationen von Mineralien und Schadstoffen aus dem Bohrvorgang. Neuerdings investieren die Erdölgesellschaften und die kanadische Regierung hohe Summen in die Ausbeutung des Ölschiefers im Norden Albertas. Um das öl aus dem Schiefer herauszulösen, benötigt man riesige Mengen Wasser, wodurch die Pegel der Flüsse in dieser Region bereits gefallen sind.

Die tiefer gelegenen Schichten des Ölschiefers können zudem nur dadurch erschlossen werden, dass man horizontale Löcher bohrt und Dampf tief in das Erdreich presst. Experten sind sich einig, dass dies zu einem gravierenden Wassermangel in der Region führen wird. Problematisch ist auch die Methangewinnung, bei der aus Kohleflözen enorme Mengen von stark salzhaltigem Grundwasser aus Kohleflöz-Aquiferen abgeleitet werden.

Ein durchschnittlicher 18 derartiger Brunnen pumpt täglich rund Allein in Montana sollen in den nächsten zehn Jahren zwischen Schon bei einer niedrig geschätzten Zahl von Der exponenzielle Anstieg des Wasserverbrauchs, wie ihn dieses Beispiel belegt, hat das Institut für Weltressourcen World Resources Institute zu einer düsteren Warnung veranlasst: Amerika trocknet aus Auch die Nordamerikaner - die bislang glaubten, Wassermangel sei allein ein Problem der Dritten Welt - sehen sich neuerdings mit der Krise konfrontiert.

Folglich kämpfen in der ganzen Region die Farmer bereits gegen eine tödliche Mischung aus schweren Dürren und ausgetrockneten Brunnen. Obgleich dieser Aquifer aus fossilem Wasser besteht, das seit Tausenden von Jahren tief im Erdreich eingeschlossen ist und aus nur wenigen Quellen Zufluss erhält, wird er mit mehr als Bei einer Entnahmemenge von 50 Millionen Liter pro Minute wird der OgallalaAquifer mal schneller entleert, als ihn die Natur nachfüllen kann. Seit ist der Pegel in diesem Aquifer jährlich um mindestens einen Meter gesunken.

Schätzungen zufolge ist bereits mehr als die Hälfte seines Wassers verbraucht. Der Raubbau am Ogallala-Aquifer ist vermutlich das krasseste Beispiel dafür, wie die USA mutwillig auf einen Wassermangel zusteuern, doch in etlichen anderen Regionen des Landes geht man nicht weniger verschwenderisch ans Werk.

Mit zunehmender Ausbeutung mussten die Brunnen von einst Metern auf Meter Tiefe gebohrt werden, und zusätzlich begann die Stadt, Wasser aus dem Colorado zu importieren, Farmen im 19 Umland wegen ihres Wassers aufzukaufen und landwirtschaftliche Flächen stillzulegen. Die Stadt Phoenix wächst stündlich um rund 0,4 Hektar, kein Wunder also, dass östlich von Phoenix die Grundwasserspiegel um mehr als Meter gefallen sind.

Selbst in den Satellitenstädten rund um das regenreiche Seattle übersteigt der Wasserverbrauch den Zufluss, und spätestens in 20 Jahren wird den Voraussagen nach auch hier Wasserknappheit herrschen. Im weitaus trockeneren El Paso in Texas werden alle gegenwärtigen Wasserreserven schätzungsweise bis endgültig erschöpft sein, und im nordöstlichen Kansas ist der Wassermangel heute schon so spürbar, dass die Behörden eine Pipeline zu dem bereits jetzt überbeanspruchten Missouri planen.

Seit Jahren wird diese Quelle rücksichtslos ausgebeutet, und seit Jahrzehnten beobachten Wissenschaftler, wie ihr Wasserspiegel immer mehr sinkt. Sofern die Grundwasserentnahme nicht reduziert wird, so warnen sie, wird dieser Aquifer in absehbarer Zukunft vollständig entleert sein. Die Einwohner von Long Island am Atlantik wiederum werden aus einem Aquifer versorgt, der inzwischen fast entleert und mit Industrieabwässern vergiftet ist.

Seine Fläche, die sich über mehrere Bundesstaaten erstreckt, beträgt rund Bei einer Entnahme von 6,6 Millionen Litern pro Sekunde ist es kein Wunder, dass sein Pegel bereits auf einen gefährlich niedrigen Stand gefallen ist. In Florida liegt der Grundwasserspiegel bereits so tief, dass Meerwasser in die Aquifere eindringen konnte.

Man mag es kaum glauben, aber der Gouverneur von Florida, Jeb Bush, befürwortet einen Plan, wonach ungeklärtes und mit vielerlei Schadstoffen kontaminiertes Oberflächenwasser in die entleerten Grundwasserspeicher geleitet werden soll. Mexico City war einst eine Oase - zurzeit der Azteken, als die Stadt noch den Namen Tenochtitlan trug und von Seen umringt war, so dass sie gleichsam eine Insel bildete.

Drei Dämme verbanden Tenochtitlan mit dem Umland. Die umliegenden Schutzwälder wurden bei dieser Gelegenheit ebenfalls abgeholzt. Fünf Jahrhunderte lang blieb die Bevölkerungszahl von Mexico City konstant - noch lebten hier nur Dann begann die Stadt plötzlich zu wachsen. Schätzungsweise 40 Prozent des geförderten Wassers gehen durch Lecks in den maroden, Jahre alten Wasserleitungen verloren.

Mexico City bezieht heute 70 Prozent seines Wassers aus Aquiferen, und die Entnahme geht um 50 bis 80 Prozent schneller vonstatten als die natürlich Wiederauffüllung. Etwa ein Drittel des städtischen Wassers muss auf eine Höhe von Meter über dem Meeresspiegel gepumpt werden, teilweise aus Kilometern Entfernung.

Mexico City sitzt buchstäblich schon fast auf dem Trockenen; nach Meinung von Experten könnten in den nächsten zehn Jahren die letzten Reserven verbraucht sein. Zudem sinkt die Stadt seit Jahrzehnten immer mehr ins Erdreich, weil die Hohlräume, in denen sich das Grundwasser gesammelt hatte, leer geworden sind. Diesen Vorgang, auch aus Bergbau- und Ölförderregionen bekannt, bezeichnet man als Erdsenkung. Mexico City war die erste Stadt, die dieses Phänomen als Folge von Wasserentnahmen zu spüren bekam, denn die Stadt sitzt auf einem porösen, schwammähnlichen Untergrund.

Die alten Abwasserkanäle und Wasserleitungen bersten, Architekturdenkmäler bekommen Risse und geraten in Schieflage. Die Erdsenkung, seit Jahrzehnten zu beobachten, geht mittlerweile mit einer Geschwindigkeit von rund 50 Zentimetern pro Jahr vonstatten. Die Wasserkrise beschränkt sich jedoch nicht auf das Tal von Mexiko. Nach einer jahrelangen Dürre im nordwestlichen Bundesstaat Sonora ist es dort heute staubtrocken, und das Batuc-Reservoir, vor 35 Jahren durch Stauung des Flusses Moctezuma angelegt, ist leer - geisterhaft ragt aus dem Boden des Stausees eine Kapelle samt Friedhof, die seinerzeit überflutet worden war.

Nördlich von Sonora, entlang der Grenze zwischen Mexiko und den Vereinigten Staaten, schuften in den als Maquiladora bezeichneten Freihandelszonen Millionen junger Mexikaner zu Sklavenlöhnen und unter gefährlichen, ungesunden Arbeitsbedingungen. Hält dieses Tempo an, wird die Stadt in 20 Jahren über kein brauchbares Wasser mehr verfügen. Um das erklärte Ziel einer autarken Nahrungsmittelproduktion zu erreichen, hat der Staat die Bewässerung subventioniert, wofür das Land nun einen hohen Preis zahlt.

Für jede Tonne Weizen werden Tonnen Wasser benötigt - dreimal so viel wie normal. Im Iran leiden die Menschen am schlimmsten Wassermangel seit Jahrzehnten. Anhaltende Dürreperioden verschlimmern die Krise noch. In Israel hat die Grundwasserentnahme in 25 Jahren den Zufluss um 2,5 Milliarden Kubikmeter überstiegen, und 13 Prozent der küstennahen Aquifere sind mit Salzwasser und Düngemittelrückständen kontaminiert. Doch seit einigen Jahren erreicht der See derart niedrige Wasserstände, dass allmählich Salzwasser in ihn eindringt.

In der Huleh-Region, die vor dem Krieg von zu Syrien gehörte, sind durch intensive Bewässerung mittels Grundwasser die Wasserreserven inzwischen aufgezehrt. In seinem Buch Wasser.

Die weltweite Krise um das blaue Gold beschreibt Marq de Villiers, wie es dazu kam: Feuchtgebiete wurden trockengelegt, der Grundwasserspiegel begann überall zu sinken, Wasserläufe trockneten aus und Quellen versiegten.

Da bei der Austrocknung von Wasserspeichern Salz zurückbleibt, stieg im verbliebenen Wasser der Salzgehalt. Um dem zu begegnen, versuchten die Farmer auf salzresistente Getreidesorten umzusteigen, was sich aber als Fehlschlag erwies.

Manche der Lufttaschen waren so riesig, dass ganze Häuser darin auf Nimmerwiedersehen verschwanden. In Palästina und Jordanien herrschen ähnlich katastrophale Zustände. Der Gaza-Streifen, der weltweit zu den Regionen mit dem stärksten Bevölkerungswachstum gehört, ist fast vollständig von Grundwasser abhängig. Aber es wurde festgestellt, dass Salzwasser aus dem Mittelmeer 1,7 Kilometer weit ins Festland eingedrungen ist, und Experten rechnen mit einer Versalzung des gesamten Grundwassers in der Region.

Für Jordanien bildet der namensgebende Jordan das einzige Reservoir an Oberflächenwasser. Seit Israel damit begonnen hat, Wasser aus dem Fluss für eigene Bewässerungsprojekte im Süden abzuleiten, ist der Flusspegel gefallen.

Heute beträgt er nur noch ein Achtel seines Standes von vor 50 Jahren. Dies hat Jordanien zur Übernutzung seiner begrenzten Aquifere gezwungen. Das Grundwasser des Landes wird nun um 20 Prozent schneller verbraucht, als die Zuflussrate beträgt. Nach Angaben der Nahost-Sektion von Friends of the Earth ist sein Wasserspiegel in den letzten drei Jahrzehnten um mehr als 25 Meter gesunken, und zwar in immer schnellerem Tempo.

Sein gesamtes südliches Becken ist bereits ausgetrocknet und wurde in ein Industriegelände umgewandelt, und entlang der Uferlinie haben sich lebensgefährliche Dolinen gebildet. Inmitten der jordanischen Wüste gelegen, war die Oase jahrhundertelang ein Rastplatz für Tiere, Zugvögel und Menschen - ein wundersamer, wasserreicher Zufluchtsort, einst von über zehn unterirdischen Quellen gespeist.

Innerhalb von nur wenigen Jahren wurden zahlreiche Brunnen angelegt, aus denen das Dreifache der ursprünglichen Menge und das Doppelte dessen abgepumpt wurde, was das Becken verkraften konnte. Leider wurden selbst aus solchen Katastrophen keine Lehren gezogen.

Libyen, das sämtliche konventionellen Wasserreserven vollständig aufgebraucht hat und nun die küstennahen Aquifere rücksichtslos ausbeutet, beschloss vor zehn Jahren, den unter der Sahara gelegenen Aquifer anzuzapfen, der sich vom Tschad über Ägypten und Libyen bis in den Sudan erstreckt. Bei dieser Entnahmemenge könnte der Aquifer in 40 bis 50 Jahren restlos entleert sein, mit unabsehbaren Folgen nicht nur für Libyen, sondern auch für die Nachbarstaaten.

Obwohl China immer wieder von Überschwemmungen heimgesucht wird, fallen im ganzen Land auf rätselhafte Weise Brunnen trocken, die Grundwasserpegel sinken, und Flüsse und Seen trocknen aus. Seither versiegt der Strom Jahr für Jahr, und das für eine immer längere Zeit. Ähnlich steht es auch um die anderen Flüsse in China.

Und obwohl die chinesische Regierung anordnete, das von Millionen Bauern benötigte Wasser nach Peking umzuleiten, ist dort der Grundwasserspiegel in den letzten vier Jahrzehnten um 37 Meter gefallen. Während der Wassermangel bereits jetzt spürbar ist, wird nach konservativen Schätzungen der jährliche industrielle Wasserbedarf Chinas in den nächsten 20 Jahren von 52 Milliarden Tonnen auf Milliarden Tonnen zunehmen, und Millionen Chinesen werden es sich dank wachsenden Wohlstands leisten können, ihre Wohnung mit Dusche und Toilettenspülung auszustatten.

Das Worldwatch Institute prognostiziert, dass China als erstes Land der Erde gezwungen sein wird, wegen der Wasserknappheit seine Wirtschaft völlig umzustellen. Eine unerwartet abrupte Verschlechterung der Versorgung chinesischer Bauern mit Wasser - so das Worldwatch Institute - könnte zudem eine weltweite Hungersnot auslösen. Bereits für die nahe Zukunft muss China mit einem gravierenden Getreidemangel rechnen, weil die begrenzten Wasserressourcen gegenwärtig von der Landwirtschaft auf die Schwerindustrie und die Städte umverteilt werden.

Chinesische Planer errechneten nämlich, dass in der Industrie eingesetztes Wasser den fachen Geldwert dessen erbringt, was man mit der gleichen Menge in der Landwirtschaft erzielen würde. Diese Kalkulation hat die politische Führung dazu veranlasst, immer mehr Wasser aus den Agrargebieten in die aufstrebenden Industriezentren umzuleiten.

Doch wenn China nicht mehr in der Lage wäre, sich aus eigener Kraft mit Getreide zu versorgen, könnte die daraus resultierende Nachfrage nach Importgetreide das weltweit verfügbare Angebot übersteigen.

China würde wohl einen Engpass eine Weile überstehen, weil es dank seiner boomenden Wirtschaft und riesigen Handelsbilanzüberschüsse über genügend Devisen verfügt, um auf dem Weltmarkt Getreide aufzukaufen. Die Katastrophe breitet sich aus Man kennt das bereits aus vielen anderen Ländern und Regionen: Die meisten afrikanischen Staaten verfügen nur über geringe Wasserreserven, die durch Dürren, Bevölkerungswachstum und Umweltverschmutzung noch weiter schrumpfen.

Afrika, das mit der Sahara ohnehin schon die weltweit am schnellsten wachsende Wüste besitzt, leidet insgesamt unter zunehmender Desertifizierung. Unter der Sahara befinden sich riesige zuflusslose Aquifere, die bereits der libysche Staatschef Gaddafi für sein Land angezapft hat. Die gegenwärtige Entnahmemenge dieser Aquifere wird auf jährlich zehn 23 Milliarden Kubikmeter geschätzt, wobei sich die Rate mit jeder neuen Phase des noch nicht abgeschlossenen Projekts steigern wird.

Laut Marq de Villiers können schon jetzt 22 afrikanische Länder mindestens die Hälfte ihrer Bevölkerung nicht ausreichend mit sauberem Wasser versorgen: Es ist jedoch Indien, das von allen Ländern der Welt seine Grundwasserreserven am stärksten überstrapaziert. In den meisten Teilen Indiens übertrifft die Menge des geförderten Grundwassers den natürlichen Zufluss um das Doppelte, wodurch in den Aquiferen die Pegel um jährlich ein bis drei Meter fallen.

Besonders hart betroffen sind die Bundesstaaten Punjab und Haryana - Indiens Kornkammer - und der nordwestliche Bundesstaat Gujarat, wo in 90 Prozent der Brunnen der Wasserstand dramatisch gesunken ist. Im Bundesstaat Tamil Nadu sind die Grundwasserspiegel innerhalb von 30 Jahren gar um rund 30 Meter gefallen und viele Aquifere bereits ausgetrocknet. Die Wasserversorgung der Stadt Jodhpur im Bundesstaat Rajasthan brach buchstäblich zusammen, nachdem das Grundwasser unter der Stadt vollständig erschöpft war.

Und sowohl in Punjab als auch in Bangladesch sinkt der Grundwasserspiegel noch schneller als in China, auch wenn die beiden erstgenannten Regionen jedes Jahr Überschwemmungen erleben. Nach Ansicht des Internationalen Instituts für Wassermanagement International Water Management Institute könnte in naher Zukunft die indische Getreideproduktion aufgrund erschöpfter Aquifere um ein Viertel zurückgehen.

Über eine Milliarde Menschen haben keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser und fast drei Milliarden keine sanitären Einrichtungen. Im Jahr wird die Welt 2,6 Milliarden Menschen mehr beherbergen als heute, aber zwei Drittel davon werden mit schwer wiegender Wasserknappheit zu kämpfen haben, und das restliche Drittel wird unter absolutem Wassermangel leiden.

Die Nachfrage nach Wasser wird die verfügbare Menge um 56 Prozent übersteigen. Viele unter uns, die die meiste Zeit ihres Lebens in den Industrieländern des Nordens verbracht haben, können es sich nur schwer vorstellen, dass eines Tages kein Wasser mehr vorhanden sein könnte.

Wir hatten praktisch stets Wasser zur Verfügung und haben es reichlich genutzt. Aber bei den gegenwärtigen Verbrauchsraten wird es auch bei uns knapp werden. Während der Wasserkonsum durch zunehmende Industrialisierung, eine intensivierte Landwirtschaft und die wachsende Bevölkerung ständig steigt, gehen die Wasserreserven immer schneller zur Neige. Wie wir im nächsten Kapitel sehen werden, gefährden auch der Verlust von Feuchtgebieten, giftige Abwässer und andere Formen von Umweltschäden die kostbaren verbliebenen Wasserreserven der Welt.

Man kann gar nicht vehement genug auf die Wasserkrise unseres Planeten aufmerksam machen. Die Alarmglocken läuten schrill. Werden wir rechtzeitig reagieren? Seiner Theorie zufolge geht die Schädigung der Umwelt nicht in einem linearen, sich schrittweise vollziehenden Prozess vor sich.

Da ein Ökosystem tausenderlei zerstörerischen Einflüssen ausgesetzt sein könne, sei kein Mensch in der Lage, diese auch nur annähernd zu überblicken. Weil also die Zerstörung nicht überschaubar anwachse, sei es möglich, dass ein Ökosystem an einem Tag noch völlig intakt erscheint, am nächsten jedoch schon tot ist.

Zur Veranschaulichung dieser These bittet Suzuki seine Zuhörer, sich einen See mit einer Wasserlilie darauf vorzustellen. Bleibe ihre Ausbreitung begrenzt, können sie und der See sehr gut koexistieren; wenn jedoch die Pflanzen die Wasseroberfläche vollständig bedecken, wird ihm die Sauerstoffzufuhr abgeschnitten und er stirbt.

Nun haben wir also, sagt Suzuki, eine Wasserlilie, die sich exponentiell vermehrt, so dass der See nach genau 60 Tagen vollständig zugewachsen sein wird und abstirbt. Wie aber sieht der See am Er ist nur zur Hälfte mit Wasserlilien bedeckt und wirkt intakt. Würde die Umweltzerstörung in kleinen Schritten verlaufen, bliebe genauso lange Zeit, den Schaden zu beheben, wie seine Entstehung gedauert hat: Man könnte den Schaden Tag für Tag quantifizieren und die Gefahr einschätzen.

Bei einem exponentiellen Verlauf jedoch setzt die kumulative Wirkung sämtlicher Ursachen schlagartig und oft ohne Vorwarnung ein. Obwohl sie im Vergleich zur Landmasse und zu den Ozeanen wenig Fläche einnehmen, beherbergen sie einen relativ hohen Anteil von Tierarten, und zwar pro Flächeneinheit mehr als jedes andere Umweltsystem - zehn Prozent mehr als das Land und Prozent mehr als die Meere. Einem Bericht des angesehenen Magazins Science zufolge liegt die gegenwärtige Aussterberate einhundert- bis eintausendmal höher als in der Zeit, bevor es auf der Erde Menschen gab.

Und falls bisher noch nicht gefährdete Arten am Ende dieses Jahrhunderts ausgestorben sein werden, wird das die Rate noch einmal gewaltig emporschnellen lassen - auf das Eintausend- bis Zehntausendfache der Zeit vor dem Auftauchen des Menschen. Die Verunreinigungen tragen zudem zur Entstehung von Krankheitserregern wie Kryptosporidien und zur Bildung von Sedimenten bei, die den Lebensraum vieler Tiere unter sich begraben.

Schwefel und Stickoxide lassen sauren Regen entstehen, der wiederum auch auf das Oberflächenwasser niedergeht; er kann einen See übersäuern, so dass alles Leben in ihm abstirbt.

In einigen kanadischen Seen hat saurer Regen bereits 40 Prozent des Fischbestands vernichtet. Saurer Regen ist jedoch nicht die einzige Ursache für saures Oberflächenwasser, erklärt E. Aus den säurehaltigen Abwässern von Kohle- und Erzbergwerken wird Sulfid gewonnen, das für die kommerzielle Produktion von Schwefelsäure benötigt wird. Schadstoffe gelangen auf vielerlei Weise ins Grundwasser.

Sie bilden einen als Perkolat bezeichneten Sickerauszug, der bei Regen ins Grundwasser eindringt. Ungespannte Aquifere sind davon am stärksten gefährdet, weil die Schadstoffe leichter in sie einsickern und sich dort rascher verbreiten können.

Manche Schadstoffe wie Benzin sind leichter als Wasser und schweben auf der Oberfläche des Aquifers beziehungsweise der Grundwasserader, von wo aus sie giftige Dämpfe abgeben. Schwere Schadstoffe hingegen können sich auf dem Aquiferboden ablagern. Manche dieser schweren Schadstoffe haben eine verheerende Wirkung auf die Umwelt. Ein Standardfass von Litern des ölhaltigen industriellen Lösungsmittels Trichlorethylen beispielsweise wäre erst in einer Verdünnung mit 60 Milliarden Liter Wasser harmlos.

In Kalifornien hat man diese Substanz in mehr als Nahezu 40 Prozent der Flüsse in den Vereinigten Staaten sind mit solchen Schadstoffen belastet, so dass man dort weder angeln noch schwimmen noch gar ihr Wasser trinken kann; Fische und andere Wasserbewohner sind zu lebenden Giftmüllträgern geworden.

Entlang der Grenze zwischen den Vereinigten Staaten und Mexiko schuften Menschen für Hungerlöhne in den so genannten Maquila-dora-Freihandelszonen, wo Waren für den globalen Markt 26 produziert werden. Hier häuft sich der Industrie- und Hausmüll, und nur etwa ein Drittel des Abwassers wird geklärt, bevor es in die örtlichen Flüsse gelangt.

Weil der New River, der sich von Baja California in Mexiko bis zum Imperial Valley in den Vereinigten Staaten erstreckt, mit mehr als giftigen Substanzen verseucht ist, warnen USamerikanische Gesundheitsbehörden davor, sich diesem lebensgefährlichen Gewässer auch nur zu nähern. Eine staatliche Untersuchung ergab, dass 75 Prozent aller Maquiladora-Betriebe ihren Giftmüll direkt in die Flüsse entsorgen, und dennoch leben ganze Familien an deren Ufern, in einem Gebiet, das übersät ist mit giftigen Industrieabfällen, Hausmüll, kontaminierten Abwässern und den Kadavern von Tieren, die an dem verseuchten Wasser verendet sind.

Vergiftete Wassersysteme Die meisten Wasserwege der Welt sind inzwischen hochgradig mit giftigen Industrieabwässern belastet, ohne dass Besserung in Sicht wäre. Auch ungeklärte Haushaltsabwässer bringen überall auf der Welt die Gewässer zum Absterben.

In den Flüssen Senegal und Niger gibt es nahezu keine Fische mehr. Das gleiche Bild auch in China: In den Jangtse werden täglich 40 Millionen Tonnen ungeklärter Abwässer aus Industrie und Haushalten eingeleitet, und das Wasser des Gelben Flusses ist so stark verschmutzt, dass es sich nicht einmal mehr für die künstliche Bewässerung verwenden lässt. Die chinesischen Flüsse sind hochgradig mit menschlichen Fäkalien belastet. Auch in den indischen Flüssen Ganges und Brahmaputra sammeln sich Bakterien und Fäkalien in hoher Konzentration, und aus der Kanalisation von Delhi strömen täglich an die Millionen Liter ungeklärter Abwässer in den Jamuna.

Dieser Fluss gilt inzwischen als hoffnungslos verseucht, ebenso wie der Damodar, in dem sich Massen von giftigem Schlick aus den Industrieanlagen entlang der Ufer abgelagert haben.

Der heilige Ganges, an den Millionen Gläubige pilgern, um dort ein reinigendes Bad zu nehmen, ist eine offene Kloake. In Japan enthält das Wasser stark chlorhaltige Lösungsmittel aus der Industrie. In Jakarta, Bangkok und Manila hat die bedenkenlose Entsorgung von flüssigen Schadstoffen und Festmüll zum Ausbruch von Cholera, Typhus und anderen Krankheiten, die durch Wasser übertragen werden, geführt.

Drei Viertel der Flüsse in Polen sind so stark mit Chemikalien, Abwässern und landwirtschaftlichen Schadstoffen belastet, dass man ihr Wasser nicht einmal mehr für industrielle Zwecke verwenden kann.

In der bulgarischen Hauptstadt Sofia herrschte ein solcher Wassermangel, dass nur alle zwei bis drei Tage Wasser aus den Hähnen der Einwohner floss.

Etwa die Hälfte der Wasserleitungen und Kläranlagen in Moskau funktioniert nur mangelhaft oder überhaupt nicht, und laut Russischem Sicherheitsrat ist das Wasser von 75 Prozent der Flüsse und Seen des Landes nicht als Trinkwasser zu gebrauchen.

Noch vor Jahren wurden allein in den Niederlanden und in Deutschland alljährlich Durch Bebauung wurde er von 90 Prozent seiner ursprünglichen Überschwemmungsgebiete abgeschnitten, und an seinen Ufern sind inzwischen 20 Prozent aller chemischen Betriebe dieser Welt angesiedelt.

Erst in den letzten Jahre beginnt ein aufwändiges Rettungsprogramm zu greifen. In den vergangenen Jahren hat sich eine solche Alge namens Caulerpa taxifolia mit einer Geschwindigkeit von rund vier Hektar pro Tag über das ganze Mittelmeer ausgebreitet und bedrohte das maritime Leben entlang der Küsten. In Europa ist selbst das Regenwasser nicht mehr sauber.

Wie in Nordamerika stammt auch in Europa das in Flaschen abgefüllte Mineralwasser vielfach aus Quellen, die mit Industrieabwässern sowie menschlichen und tierischen Fäkalien verunreinigt sind. In Industrieländern wie Kanada besteht das Abwasser nicht mehr nur aus menschlichen Fäkalien.

Durch bestimmte Filtersysteme lassen sich zwar die aus Fäkalien stammenden Kolibakterien herausfiltern - deren bekannteste Variante die lebensgefährliche Escherichia coli ist -, doch die im Abwasser enthaltenen toxischen Chemikalien bleiben davon unberührt. Bei einer ähnlichen Untersuchung in Ontario verendete die Hälfte der Forellen. Die Forscher führten dazu aus: Ein Gramm polychloriertes Biphenyl PCB , das in vielen Produkten, von Kosmetika bis hin zu Pestiziden, verwendet wird, reicht aus, um eine Milliarde Liter so zu vergiften, dass darin kein Leben mehr möglich ist.

Die Verwendung von Chemikalien hat in den letzten Jahrzehnten sogar sprunghaft zugenommen. Das wird im County San Diego sogar noch übertroffen - dort sind es So überrascht es nicht, dass jeder Nordamerikaner in seinem Körper mindestens Chemikalien hat, die vor dem Ersten Weltkrieg noch völlig unbekannt waren.

Eine weitere chemische Gefährdung für Flüsse und Seen stellen die sauerstoffraubenden Abwässer der Zellstoff- und Papierfabriken dar, die das Algenwachstum fördern und dadurch zum biologischen Tod der betreffenden Gewässer führen. Die meisten dieser Betriebe verwenden zudem Chemikalien, um das Holz für die Papierherstellung aufzuspalten.

Nach Schätzungen geht die Hälfte aller Abwässer, die in die kanadischen Gewässer gelangen, auf diesen Industriezweig zurück.

Im Unterschied zur Holzindustrie steht die Landwirtschaft traditionell in dem Ruf, mit der Umwelt vergleichsweise schonend umzugehen. Die nordamerikanischen Agrarbetriebe lagern Millionen von Litern an flüssigen Tierfäkalien in offenen Sammelbecken, aus denen über verschiedene gefährliche Stoffe in die Atmosphäre entweichen. Auch Giftrückstände aus Klärschlamm finden ihren Weg ins Wasser, wenn dieser auf den Feldern ausgebracht wird, was immer mehr Verbreitung findet.

In Kanada werden sogar menschliche Fäkalien als Felddünger verwendet! In der intensiven Landwirtschaft werden Stickstoffdünger in solch hohen Konzentrationen verwendet, dass der Stickstoffhaushalt der Natur aus dem Gleichgewicht gerät und Wasserquellen faulig werden. In seiner natürlichen Form ist Stickstoff ein harmloses Molekül, das 79 Prozent der Luft ausmacht, die wir atmen. Das in Minneapolis ansässige Institut für Landwirtschafts- und Handelspolitik Institute for Agriculture and Trade Policy erklärt, dass vor der Zeit, als der Mensch die Ökosysteme der Welt zu dominieren begann, der Ursprung des Stickstoffs rein biologischer Natur und die Erde darauf eingerichtet gewesen sei, ihn wirksam zu recyceln.

Es habe zwar einen leichten Überschuss an Stickstoff gegeben, aber erst durch den massiven Einsatz von Stickstoffdünger und durch andere künstliche Stickstoffquellen sei doppelt so viel von dieser Substanz in die Umwelt gelangt, als vor dem Auftauchen des Menschen vorhanden war. Überschüssiger Stickstoff im Wasser senkt dessen Sauerstoffgehalt, was sich wiederum auf den Stoffwechsel und die Vermehrung der sauerstoffabhängigen Lebewesen auswirkt. Dies führt zu einem Zustand, den man als Hypoxie bezeichnet.

Welch verheerende Folgen der Einsatz von Kunstdünger auf ein Wassersystem haben kann, lässt sich am folgenden Beispiel verdeutlichen: Dass Düngemittel zur Wasserverschmutzung beitragen, ist altbekannt. Bis ein Plastikbeutel im Erdreich verrottet, vergehen Jahre; im Wasser dauert dieser Prozess immerhin noch Jahre.

Überall auf der Welt sieht man sie in Seen und Flüssen treiben, sie verstopfen die Zuund Abflüsse von Feuchtgebieten und zerstören das Leben im Wasser. Arzneimittel hingegen verseuchen unsere öffentliche Wasserversorgung mit Chemikalien und Hormonen und haben so Auswirkungen auf Menschen, für die sie nicht bestimmt waren.

Chris Metcalfe, Experte für Wasserqualität an der Trent-Universität in Peterborough, Ontario, schätzt, dass wir 50 bis 70 Prozent der Wirkstoffe aus Medikamenten unverändert ausscheiden. In den von ihm untersuchten Wasserproben fand er hohe Konzentrationen an Naproxen, das bei Mensch und Tier als entzündungshemmendes Mittel verwendet wird, und Carbamazepin, ein Medikament, das man früher gegen Epilepsie verschrieben hat und heutzutage gegen Depressionen einsetzt.

In Deutschland und anderen europäischen Ländern wurden im Trinkwasser Bestandteile von Medikamenten wie Acetylsalicylsäure Aspirin , Antidepressiva, blutdrucksenkenden Mitteln, Ibuprofen und Betabiockern entdeckt. Untersuchungen in Deutschland und Kanada förderten im Trinkwasser der beiden Länder zudem hohe Konzentrationen von Östrogenen aus Antibabypillen zu Tage.

Aufgrund ihrer enormen Ausdehnung und ihrer Tiefe werden pro Jahr nur 75 Zentimeter der obersten Wasserschicht - ein Prozent ihrer Gesamtmenge - erneuert. Doch in jedem dieser Seen und in jeder Tiefe entdeckte man bereits hohe Konzentrationen von Dioxinen, poly-chlorierten Biphenylen, Furanen, Quecksilber, Blei und einer Vielzahl anderer schädlicher Chemikalien. Die meisten dieser Schadstoffe stammen aus den letzten 50 Jahren und gelangten über Industrie- und Haushaltsabwässer, kontaminiertes Grundwasser, Zufluss von verschmutztem Oberflächenwasser, einmündende Flüsse und Nebengewässer und sogar über die Luft in die Seen.

Und die US-Umweltbehörde stellte fest, dass von den etwa Viele der genannten toxischen Stoffe lösen sich niemals auf, sondern gelangen in die Nahrungskette und reichern sich dort in einem Prozess, den man als Bioakkumulation bezeichnet, auf jeder Stufe in immer höherer Dosis an. Bis sie beim Menschen an der Spitze der Nahrungskette anlangen, kann die Anreicherung bereits das Millionenfache der ursprünglichen Konzentration betragen. Aus den Seen gelangen die Schadstoffe auch in die angrenzenden Gewässer, wo sie die dort lebenden Arten gefährden.

Davon betroffen sind beispielsweise die vom Aussterben bedrohten Belugawale im SanktLorenz-Strom, in deren Körpern giftige Chemikalien aus den Seen nachgewiesen wurden. Durch die erbitterte Konkurrenz um das Grundwasser geht den Seen ein lebenswichtiger Zufluss verloren. Und die globale Erwärmung fordert zusätzlich einen hohen Tribut. Gleichzeitig wird der Wasserspiegel im Schnitt um einen Meter sinken, allein im Michigansee um 2,5 Meter.

Still und leise hat Ontario seit jährlich rund 20 Lizenzen für kleinere Anlagen erteilt, ohne auf die wiederholten Warnungen zu achten, dass die Seen durch auslaufendes öl verseucht werden könnten. Diese natürlichen Barrieren wurden gnadenlos den Interessen der Industrialisierung und Urbanisierung geopfert.

Heute existieren nur mehr 20 Prozent der ursprünglichen Feuchtgebiete, und auch diese schrumpfen jährlich um Hektar. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen. Wenn die Hersteller auf der Automesse in Indien am Pressetag dem Publikum ihre Produkte vorstellen, fällt vor allem der Lärmpegel auf, der ins Unermessliche steigen kann. Die Akustik der Leinwandpräsentationen überschlägt sich im Takt der Filmschnitte und ist für westliche Ohren kaum auszuhalten.

In einem Land, dessen Strassenverkehr von einem ständigen Hup-Klangteppich untermalt wird, scheint sich aber niemand daran zu stören. Letzte Woche ist in Delhi die indische Automesse zu Ende gegangen, die alle zwei Jahre stattfindet und jeweils eine Woche dauert. Ausgabe sind die Veranstalter erstmals vom Stadtzentrum in die Messehallen der Satellitenstadt Greater Noida rund 40 Kilometer südöstlich umgezogen. Dies mag mit ein Grund für den Besucherrückgang von auf gewesen sein.

Erstmals war dem Thema sogar ein eigener Pavillon gewidmet. In einem Land ohne entsprechende Verkehrsinfrastruktur wohl eher eine Image-Sache. Die Kluft zwischen inländischer Rohölproduktion und dem Ölverbrauch werde immer grösser, was die Einfuhren und das Handelsbilanzdefizit erhöhe.

Die einheimische Marke Mahindra zeigte dort beispielsweise gleich vier Elektro-Studien. Auch Elektro-Scooter waren zu sehen. E-Mobile sind derzeit aber kaum das geeignete Mittel, um den indischen Automarkt wieder anzukurbeln.

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